Robin Renitent's Live Journal

Freedom knows no compromise!

It's over. The End. Fin. Das Ende!
robin_renitent

In 3 Tagen sind wir zuhause. Unsere Weltreise ist dann vorbei. Finito. Ende. Fin. The End. Zeit also für einen Rückblick. Eine Zusammenfassung. Eine, wie man im Englischen sagt: Conclusion.

Vieles hat sich geändert. In der Politik, mit dem Geld. Hier in Kanada und anderswo. Besonders in Europa, in Deutschland, in Berlin. Es führt zu weit auf alles einzugehen. Sie kennen die Nachrichten. Interessant war die Aussage eines Professors, den wir vor einigen Tagen in Baltimore kennengelernt haben. Er sagte sinngemäß, daß wir überwiegend negatives wahrnehmen. Also zum Beipiel den zu Tode getreteten Jugendlichen am Alexanderplatz. Das Postive geht unter. Zur gleichen Zeit, als das passierte waren in Deutschland vielleicht einige hundert Wissenschaftskonferenzen, wurden Erfindungen gemacht, Bücherkapitel geschrieben, saßen Millionen friedlich zusammen. Das stimmt! Und dennoch: Jeder Todgetretene ist einer zuviel. Wir nehmen es war, weil es uns betreffen könnte, wir können das nicht dulden.

Aber auch im privaten Bereich hat sich viel geändert. In unserem Ort haben sie eine neue Bücherei gebaut, unsere Freunde hier haben sich leider getrennt, wir werden alle Veränderungen in einigen Tagen sehen. Wir werden diese Veränderungen akzeptieren müssen, mit ihnen leben.

Der Alltag wird uns einholen, wir werden abgelenkt sein von der Wirklichkeit. Doch es wird Momente geben wo unsere Gedanken zurückgehen, zurück zu unserer Weltreise. Das wird jeder mit sich allein machen oder wir alle, im Familienkreis, zusammen. Wir werden Fotos anschauen und in Erinnerungen schwelgen. Immer mal, und immer wieder.

Da ist es an der Zeit ein wenig Statistik zu machen:

·         Als wir losfuhren waren unsere Kinder 8 und 12. Jetzt sind sie 13 und, unser Junior am 29. Oktober, 17 Jahre alt. Auch wir sind älter geworden. Wobei man uns das wahrscheinlich nicht ansieht. Meiner Frau jedenfalls nicht. Doch, auch wenn ich nicht älter aussehen sollte, meine Kondition ist nicht mehr dieselbe. Etwas mehr Zeit für Treppen und im Gelände brauche ich schon.

·         Insgesamt waren wir 4 Jahre, 5 Monate und 29 Tage unterwegs, also insgesamt 1624 Tage.

·         Wir haben etwa 200 000 km zurückgelegt.

·         Auf DIESER Reise waren wir in 50 Ländern.

·         Das Bett, also das Hostel, Hotel oder Motel haben wir um die 700 Mal gewechselt.

·         Das bedeutet auch, daß wir 700 Mal das Gepäck reingeschleppt, ausgepackt (jedenfalls teilweise) und wieder rausgeschleppt haben.

·         An etwa 1300 Tagen haben wir Restaurants aufgesucht. In Asien war es billiger außerhalb zu essen, als selbst was zu machen. In teureren Ländern haben wir oft „auf der Bettkante gegessen“, uns aber doch täglich eine vernünftige Mahlzeit gegönnt. Die längste Essensmonotonie hatten wir in Ägypten, wo wir, aus – berechtigter- Angst vor Krankheiten, nur bei Pizza Hut gegessen haben. Mit anderen Worten: 3 Wochen Pizza!

·         Wir haben 32 Mal den Mietwagen gewechselt. 30 Fahrzeuge davon habe ich selbst gefahren, 2 Mal hatten wir einen Fahrer (Indien und Laos).

·         23 Tage und Nächte waren wir auf dem Wasser. (Fähre Wladiwostok -Südkorea 1, Fähre Südkorea - China 1, Halong Bay 1, Yangtes River 3, Australien - Hawaii 17)

·         Etwa 250 Kirchen, Kathedralen, Tempel und sonstige Anbetungssteätten haben wir besucht und von außen und innen gesehen.

·         In den jeweiligen Ländern haben wir uns, genug Zeit hatten wir ja, mit den sozialen Systemen, der Architektur, der Infrastruktur, der Kunst, dem historischen Erbe und dem Alltagsleben befaßt. Das hat unseren Horizont erweitert und zu unser aller Allgemeinbildung beigetragen.

·         Uns wurde nichts gestohlen, kein  Laptop, keine Kamera, kein Objektiv, nichts, gar nichts.

·         Wir haben auch nichts verloren.

·         Ja, nicht mal überfallen wurden wir. Uns fehlt da also jede Erfahrung.

·         Das Beste: Wir sind auch nicht krank geworden. Jedenfalls nicht, was durch die Reise bedingt wäre.

·         Das Allerbeste: Wir sind auch nicht pleite.

·         Und wir haben, das zu bearbeiten ist die Aufgabe der nächsten Zeit, etwa 500 000 Bilder gemacht, eine halbe Million. Mindestens!

Doch das ist nicht der einzige Gewinn. Die Erfahrungen sind unbezahlbar. Unsere Kinder wären  durchaus in der Lage so eine Reise jetzt alleine zu machen. Da bräuchten sie uns nicht mehr. Sie haben gelernt in kurzer Zeit spontan zu entscheiden und unkonventionelle Lösungsansätze zu finden. Sie kennen die Verkehrssysteme, die unterschiedlichen Automaten und Währungen. Sie finden Anschlüsse und Verbindungen.

In den Jahren der Beeinflußbarkeit waren sie abgekoppelt von schlechten Einflüssen, möglichen falschen Freunden. Von Drogenverführung, von der Indoktrination durch linksversiffte Lehrer, Genderwahnsinn, Klimahysterie und politischer Korrektheit. Diese Themen haben wir nie ausgeklammert, sie aber nicht mit der Ausschließlichkeit vermittelt, die an öffentlichen und privaten Schulen in die Erziehungshoheit der Eltern eingreift. Jetzt sie sie schon alt genug um kritisch zu hinterfragen und erfahren genug um MSM und Politikeraussagen (sowie Lehrerbeeinflussung) als Lüge zu erkennen und zu belächeln.

Wir waren 1624 Tage ständig zusammen. Es hat uns nicht geschadet. Im Gegenteil. Wir alle haben diese Zeit sehr genossen. Wir alle haben gelernt uns in unseren Wünschen zurückzunehmen, Konflikte auszutragen, Versöhnungen, wo notwendig, zu bewerkstelligen. Wir konnten jeder unseren Individualismus weiterentwickeln und haben dennoch verstehen gelernt, daß unsere Freiheiten das Korsett der Rücksicht tragen müssen.

Diese Weltreise hat auch Verzicht erfordert: Fußball spielen war nicht drin, der Go-Club konnte nicht fortgesetzt werden, die Freunde konnte man nicht sehen. Email und Skype, Facebook und Cyber Nations Community (New Polar Order) waren Ersatz. Das hat auch gut geklappt, nicht immer, wenn das Internet schlecht funktionierte, aber generell eben doch. In China haben wir für zensierte Seiten eine Tunnelsoftware benutzt. Ohne das Internet wäre unser Leben ärmer gewesen, hätte die Reduzierung der Bindungen mehr geschmerzt. Die Qualität des Internet war sehr unterschiedlich. In Asien überwiegend toll, in Südamerika auch, am schwierigsten war es in Australien und Neuseeland und in....New York.

Verzichtet haben meine Frau und ich auch auf ein geregeltes Eheleben. Das war ein hoher Preis, für unsere Kinder haben wir das aber in Kauf genommen. Es ist nicht so, daß wir uns auf das Ende der Reise sonderlich freuen, dieser Aspekt aber ist ein Licht am Ende des Tunnels eines „zurückgefahrenen“ Liebeslebens. Auch das wird sich also ändern!

Wir haben in hunderten von Blogbeiträgen ausführlich über unsere Reise berichtet. Seit anderthalb Jahren haben wir die Blogbeiträge auch auf Facebook verlinkt. Zusätzlich haben wir alle Blogbeiträge als PDF-Dateien gespeichert, miteinander verbunden und als Gesamtdatei zum Download bereit gestellt. Dabei haben wir festgestellt, daß, wenn ich politische Kommentare oder Beiträge gepostet hatte die Zahl der Besucher deutlich höher war. Bei den Reisebeiträgen war der Leserkreis eher begrenzt. Doch dieser Blog war in  der Zeit unserer Reise auch Tagebuchersatz. Wir haben außerdem einen tiefen Einblick in unser Familienleben und unsere Tagesabläufe gegeben. Diese Offenheit war bewußt, wollten wir doch dem Leser zeigen wie eine durch und durch paläolibertäre Familie lebt. Mit dem Abschluß dieser Reise ist das Private aber, bis auf Ausnahmen, wieder vorbei. Künftig werden hier, wie vor der Reise, nur Beiträge zur Politik, zur Wirtschaft, zum Tagesgeschehen erscheinen.

Schön war auch, daß wir unterwegs viele nette Menschen getroffen haben. Nicht alle haben unsere Auffassungen geteilt, einige waren begeistert. Mit vielen Reisenden haben wir Emails getauscht, manche Kontakte bestehen nach wie vor, manche sind wieder eingeschlafen. Wir haben einige Male Ehepaare oder Paare getroffen, die 1 Jahr reisten. Einmal eine Familie mit Kleinkindern für 6 Monate. Eine vierköpfige Familie die viereinhalb Jahre unterwegs war haben wir nie getroffen. Wäre ich eitel würde ich sagen, wir sind reif für das „Guinessbuch der Rekorde.“

Besonders nett waren Kerstin und Thomas, die wir in Thailand getroffen haben. Am meisten beeindruckt haben uns Andreas und Alexander, 2 Medizinstudenten, getroffen in Datong, China. Oder Fiona und Rory, getroffen in Argentinien. Klaus W. in der Transsibirischen Eisenbahn war nett oder Andrea und Francesca in Italien. Doch wir haben auch Menschen getroffen, die wir durch diesen, unseren Blog kennengelernt haben. Ulf in Hongkong zum Beispiel, eine Deutscher, dort mit einer Chinesin verheiratet. Ein besonders schönen Tag hatten wir auch bei unseren texanischen Internetfreunden Glenn und Sarah-Jane am Eaglelake in Texas. Mit Michael und Csilla und ihren Kindern in Budapest verbindet uns eine tiefe Freundschaft und ein Gleichklang der Seelen. In Baltimore haben wir Sepideh und Hadi besucht und das Neugeborene Benyamin. Und in London, ON unsere Freunde Mark und Maureen. Bei Josef und Margot in Prien konnten wir unseren "Opelix", also unser Europaauto unterstellen. Das war außerordentlich hilfreich. Sollte ich jemanden vergessen haben bitte ich das zu entschuldigen. Ich stehe beim Schreiben schon wieder unter Zeitdruck.

Das unsere westlichen Verwandten uns eisern schneiden sind wir gewohnt. Wir haben diesen Blog seit April 2004 und das kann ihnen ja nicht verborgen geblieben sein. Ich nenne das Ignoranz und ehrlich, im Prinzip geht es mir am Arsch vorbei. Eine Ausnahme ist mein ältester Filius der sich in letzte Zeit doch gelegentlich aufrafft und kommentiert und sich, das freut mich besonders, nicht mehr über seinen Vater so echauffiert wie in früheren Zeiten. Eine Erholung sind unsere russischen Verwandten und Freunde. Die lesen zwar hier nicht mit, aber sie zu besuchen ist immer ein Gewinn.  Unsere kanadischen Freunde und Nachbarn dagegen sind, von  einer Ausnahme abgesehen, ebenfalls entweder mit Faulheit oder Ignoranz oder beidem gesegnet. Owohl jeder Email ein Link zu diesem Blog anhängt und wir zig Mal erklärt haben, daß sie anhand der BILDER wissen könnten wo wir sind, schaffen sie den Klick nicht. Eine ganz große Ausnahme sind unsere kanadischen Freunde Heather und Ken. Sie haben uns freundlich, unkompliziert und spontan immer wieder geholfen. Sie haben Geld ausgelegt, Pakete entgegen genommen und als "Warenlager" gedient. Ein dickes Dankeschön!

Wir sind wie Autos, die lange nicht beim Service waren. Kein Zahnarzt, keine Krebsvorsorge, kein Blutcheck, nichts. Auch hier müssen wir nun zur Generalüberholung.

Beenden wir die Zusammenfassung mit dieser Erkenntnis:

Das wir als Familie diese Reise geschafft haben, in Harmonie und Liebe, ist ein Glück, ein Privileg, für das wir dankbar sind. Es bestärkt uns in der Ansicht, daß man sein Schicksal zwar nicht aufhalten, aber doch zumindest beeinflußen kann.

Für mich persönlich aber gilt auch, nachdem ich nun so viel gesehen habe, älter und abgeklärter geworden bin und im Angesicht der frustierenden politischen Entwicklung, und  ein Ausspruch den ich vor einigen Tagen in New York sah:

The Older I Get, The More Everyone Can Kiss My Ass!

 

In 3 days we will be back home. Our world-trip will then be over. Finito. Ende. Fin. The End. So it’s time for a review. A conclusion.

Many things have changed. In politics, in the economy. Here in Canada and elsewhere too. Especially in Europe, in Germany, in Berlin. Too much to include here, anyway you know what happened. A few days ago we met a professor in Baltimore, he said that we mostly remember the negative things. For example the meaningless killing of the young man at the Alexanderplatz. The positive things are forgotten or not noticed. At the same time when that was happening there could have been hundreds of Scientific conferences taking place in Germany, inventions being made, books written, and millions sitting together peacefully. That’s true! And even then: Every person killed is one too many. We notice or remember such things because they could happen to us, we cannot understand such meaningless actions.

The private life has not been spared this change. Our town has a new library, sadly our friends have separated,we will see all the changes in a few days. We will have to accept these changes, live with them.

Daily life will catch up with us; we will be distracted by reality. Even so there will be moments when our thoughts go back, back to the trip. We will do this both individually and as a group, as a family. We will look at pictures and enjoy memories. Again and again.

And now for some statistics:

·         When we started our children were 8 and 12. Now they’re 13 and, on October 29th, 17 years old.

·         We too have gotten older, although you probably won’t notice. Even if I do not look older, my condition is not the same. I need more time for stairs and uneven terrain.

·         Altogether we were underway for 4 years, 5 months and 29 days, or 1624 days.

·         We traveled an estimated 200 000km.

·         On this trip we have visited 50 countries.

·         We have changed the bed, in other words the hostel, hotel or motel around 700 times.

·         That means that we carried the luggage into and out of the hotel as well as unpacked (or partially unpacked) it 700 times.

·         We ate in restaurants about 1300 of those 1624 days. In Asia it was cheaper to eat out. In expensive countries we ate on the bed, but we always had a warm meal at least once a day. The longest time we spent eating the same food was in Egypt where we ate pizza at Pizza Hut for 3 weeks, because we feared getting an infection.

·         We rented cars 32 times. 30 of those I drove myself, in Laos and India we had a driver.

·         23 days and nights we spent on the water. (Wladiwostok-South Korea Ferry 1; South Korea-China Ferry 1; Halong bay 1; Yangtze River 3; Australia-Hawaii Cruise 17)

·         We visited about 250 Churches, Cathedrals, Temples and other religions centers.

·         We had to endure temperatures from -55°C at the Baikal Lake, Russia, up to +52°C in Cooper Peddy, Australia.

·         In each country we took time, we had plenty, to obverse the social structure, architecture, infrastructure, art, history and everyday life of the people. This has opened our eyes and expanded our common knowledge.

·         Nothing was stolen. No Laptop, no Camera, no lens, nothing.

·         We lost nothing.

·         We weren’t even robbed or mugged.

·         The best: We didn’t get sick!The even better: We aren’t broke!

·         And we took around 500 000 pictures. Half a million. We will spend the next few months sorting and editing these.

That isn’t the only win though. The experience was priceless. Our children are now capable of travelling by themselves. They don’t need us anymore. They learned how to quickly find spontaneous and unconventional solutions to problems. They are familiar with the different public transports, the different machines and currencies. They can find connections and alternative routes.

During this trip we have all had to forgo something: No football, no Go-Club, we couldn’t see our friends. Email and Skype, Facebook and the Cyber Nations Community (New Polar Order) were substitutes. These worked well, not always, like when the internet was bad, but generally they did. In China we had to use tunnel software because of censoring. Without Internet, life would have been much harder and poorer and made keeping in touch much, much harder. The quality of the internet was very different. In Asia it was mostly very good, in South America as well. The worst was in Australia and New Zealand and in…New York.

My wife and I have forgone several aspects of married life. It was a high price but we did it for our children. Although we are not happy that our trip is coming to an end, this is a light at the end of the tunnel. So even that will change!

We have posted hundreds of blog articles which detailed our travels. Since the last one and a half years we have linked these on Facebook. In addition we have compiled all the articles as a PDF file for downloading. While doing all this we have noticed that when I write about politics we have many readers. Our trip articles did not get as much attention and were mostly enjoyed by a small group of loyal readers, but this blog was intended as a sort of diary during our trip. We gave readers a deep look into our family and daily life. We were aware of this, and did it to give insight into how a paleo-libertarian family lives. With the ending this trip ends this openness, except for some exceptions. In the future we will be posting only articles or comments to politics, economics and the current news, just like before the trip.

Another bonus was the many people nice people we met on this trip. Not all of them shared our life perspective; some were astounded. We shared emails with many of them; with some we still have contact. We met several couples travelling for a year. One time we met a family with two small children who were travelling for 6 months. We never met a family of four, travelling for 4 and half years. If I was vain I would say that we are ready for the Guiness Book of Records.

Kerstin and Thomas, who we met in Thailand, were extremely nice. We were most impressed by Andreas and Alexander, two medical students, travelling in China. Or Fiona and Rory, met in Argentina. Klaus W. in the Trans-Siberian and Andrea and Francesca in Italy were all very nice. We also met people who read our blog, like Ulf in Hong Kong, a German with a Chinese wife. We had a very nice day with our internet friends Glenn and Sarah-Jane at the Eagle Lake in Taxes. In Budapest we found great friends in Michael and Csilla and their children, with whom our friendship is strong. In Baltimore we visited Sepideh and Hadi and newborn Benyamin. In London, ON we have our friends Mark and Maureen. Our Opel Vectra is with Josef and Margot in Prien, Germany for which we are very thankful. If I forgot someone I ask for your apology. My writing time is limited.

We are well used to the fact that our western family ignores us. We started this blog in April 2004 and it has not been kept a secret from them. I call it ignorance and if I’m honest I don’t give a shit. One exception is my oldest son, who has been reading here for time to time. Our Russian family and friends are thus a relief, even though they don’t read the blog, visiting them is always a pleasure. Our Canadian friends and neighbors on the other hand are, with one exception, also ignorant or too lazy or both. Even though every email contains a link to this blog and we have explained many times that, although they can’t read the articles, they can see where we are from the pictures; they have not been able to make the click. One big exception is our Canadian friends Heather and Ken. They have helped us spontaneously and without much trouble on more than one occasion. They have paid bills, receive and stored our packages. A big thank you!

We are like cars that haven’t been serviced in a long time. No Dentist, no cancer-tests, no blood checks, nothing. It’s time for a general check-up.

Let us end this conclusion with this acknowledgement.

The fact that we could do this trip in harmony and love is privilege for which we are very thankful. It makes us strong by knowing that although we cannot stop our destiny, we can at least influence it.

For me personally after I have seen so much, become older and wiser and seen the frustrating political developments, this statement, which I saw in New York, holds true

The Older I Get, The More Everyone Can Kiss My Ass!

(This text was translated by Alexander in the back of a Mazda on the shaky road from Quebec City to Moncton)


Our Blog
robin_renitent
I am on a 5 year world around trip with my family. I have not the time to update my livejournal. For those who are interested to follow our trip and to read our comments go here:

www.rebellogblog.com/dev

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PICASA


DPRK - Arirang Massgames 2010
robin_renitent
 
Ein Reisetagebuch
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
Written by Robin Renitent
for www.rebellogblog.com/dev 


조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk

Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise. 

 

Erinnern Sie sich noch an Philipp Jenninger? a) kein unsympathischer Mann, b) als Politiker hatte er keinen Dreck am Stecken, c) war er mit Sicherheit kein Nazi. Wenn man die demokratischen Wahlen seines Wahlkreises und sein Abschneiden dort anschaut (Zustimmung 50,1 % der Erststimmen) kann er ja nicht so unbeliebt gewesen sein. Und dennoch hat ihn die aufgeregte Journaille absichtlich falsch verstehen wollen, als er die Begeisterung für Hitler und den Nationalsozialismus mit dem Wort „Faszinosum“ erklärte. Dabei müssen Hitler und die Nazi’s die Deutschen fasziniert haben, sie tun es ja immer noch, und, als Ersatzreligion „amtlich“ am Leben gehalten werden sie auch künftig zu faszinieren haben. Dafür werden  ihre Nachfolger die Grünen und Linken schon sorgen, daß diese "Faszinosen" erhalten bleiben, jeder den liturgischen Vorgaben und Ritualen folgt: Wehe, wenn nicht.

Halten wir also fest, die Nazi’s haben fasziniert. Die Mechanismen zu verstehen, sich selbst, in einer Art Selbstversuch, den Faszinationen einer faschistischen Massenveranstaltung auszusetzen, auch das war einer der Gründe unserer Reise nach Nordkorea. Statt mantraartig Worthülsen der Abscheu nachzubeten, so, wie Antifaschismus in deutschen Schulen „gelehrt“ wird, fanden wir es besser unseren Kindern (und uns) das Erlebnis der Faszination zu gönnen und, sich selbst beobachtend, zu verstehen warum Massenspektakel und Sportgroßveranstaltungen so gerne und zielgerichtet von Diktaturen aller politischen Färbungen eingesetzt werden. Und warum sie faszinieren. Gleich vorweg: Die DPRK ist da Spitze, ich kann mir eine größere Perfektion auch bei der Olympiade von 1936 nicht vorstellen.

Ja, ich gebe es zu: wir waren diesem Faszinosum, den Arirang Massenspielen im 1. Mai Stadion von Pjöngjang „erlegen“. (Größtes Stadion der Welt!) Wir haben allein an diesem Abend 1860 Fotos geschossen und wir hatten sogar überlegt, ob wir ein zweites Mal hingehen. Klar, haben wir das verbal aufbereitet. Wir, die wir an Informationen und Bücher herankommen und reisen können. Wie aber sollen sich Menschen, die, egal ob sie in der Nazizeit oder, wie hier in einem weltabgeschotteten System von Informationen abgeschnitten sind, ein  kritisches Bewußtsein schaffen? Wie eine Distanz zum System gewinnen? Wie soll man das von den jungen Menschen, denen das Mitmachen eine Auszeichung ist, verlangen, wie von den an Entbehrungen und harte Arbeit gewöhnten Bürger eines so in ideologische Formen gegossenen Landes?

Es ist also wichtig die Mechanismen der Massenbeinflussung zu verstehen. Machen wir ja auch, gelle? Besonders auch die Zehntausende von "jungen idealistischen" Menschen, die sich in der Wärme der Masse so wohlfühlen, daß sie die Waldcamps um Gorleben für ein Erlebnis halten. Die sich willfährig den ideologischen Korsetts der Antiatombewegung, (den Ostermärschen, den Antiamerikademonstrationen, den Israelbyokotten etc.pp.) unterwerfen.

Haben diese Leute eigentlich ein Recht ihre Nase zu rümpfen über die Generation ihrer Großeltern? Können sie wirklich erhobenen Hauptes auf die Jugendlichen in der DPRK herabsehen? Sich dem ungebildeten muslimischen Mob überlegen fühlen? Hatten sie, oder ihre schlauen 68iger Väter wirklich ein Recht die beschreibende Sprache eines Philipp Jenninger zum Anlaß zu nehmen um ihn aus dem Amte zu jagen?

Ich denke nein. In ihren Ritualen, ihrer Ergebenheit oder Hingabe an eine
Ideologie
unterscheiden sie  sich nicht im Geringsten. Allenfalls in der Arroganz mit der sie Abweichler verfolgen.

Sie sollen die Klappe halten!

Für uns waren die Arirang Massengames 2010  attraktive Geschichtsstunde und eine wirklich gelungene Unterhaltung.

Hier also die besten etwa 200 Fotos der Arirang Massgames 2010 aus dem 1. Mai-Stadion in Pjöngjang/DPRK

als Slideshow zum Anschauen

oder als PDF-Datei zum runterladen



Nordkorea - Ausreise und Nachwort
robin_renitent

Ein Reisetagebuch
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
Written by Robin Renitent 

for www.rebellogblog.com/dev 

 
조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk

Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise.






Am nächsten Morgen, dem Mittwoch, dem 06. Oktober 2010, nahmen wir noch einmal ein gutes Frühstück im Hotelrestaurant ein. Da wir noch etwas Zeit hatten gingen wir in den großen und umfangreich ausgestatteten Briefmarkenladen, gleich neben dem Hotel. Es ist zu vermuten, daß ein normaler Koreaner sich niemals hierher „verläuft“. Vermutlich erhält er nicht mal Zutritt, und wenn doch, dann kann er sich die Europreise nicht leisten. Wie auch immer, wenn die Koreaner was können, dann ist es schöne Briefmarken zu entwerfen. Wirklich ansprechende und schöne Briefmarkenserien. Nun schlagen auch wir einmal zu, wir, die wir nie Souvenirs kaufen. (Was sollten wir auch damit? Sie etwa 4 Jahre mit uns rumschleppen? Da bräuchten wir einen Container.) Also deckt sich meine Tochter mit Tierserien ein, besonders natürlich Pandabären, der Filius mit Technik und Verkehrsmitteln, und wir, meine Frau und ich, kaufen „politische“ Marken. Also Kim Il-sun im Blumenfeld, koreanische Kämpfer, alles was den Designern zur Verherrlichung des Landes so eingefallen ist. Auch Postkarten kaufen wir, nicht zum Versenden, nein, zur Erinnerung. Eines Tages, wenn es die DPRK nicht mehr gibt, dann sind sie eine gute Erinnerung. Ich hoffe nur, daß die folgenden Geschichtsfälscher und Bilderstürmer wenigsten die Mosaiken an den Strassen stehen lassen. Es sind so wundervolle Zeichen einer Epoche.

Briefmaken sind leicht und nehmen wenig Platz weg. So eingedeckt fahren uns unsere Führer zum Bahnhof. Denn klar, wir verlassen das Land, so, wie wir gekommen sind, per Bahn. Die Gruppenschnelltouristen sitzen schon längst wieder im Flugzeug. Wir haben 24 Stunden Fahrt vor uns. Wir verabschieden uns vom Fahrer, unsere beiden reizenden Tourguides aber warten bis der Zug rollt. Vorschrift. Sie sind verantwortlich für uns. Vielleicht kommt ja doch einer auf die Idee und möchte unangemeldet im Lande bleiben.

Nun folgt eine angenehme Fahrt. Wir sitzen und lassen die letzten Tage Revue passieren. Und jetzt, wo mein Tagebuch geschrieben, so wie wir es erlebt haben und so formuliert, daß wir unseren Tourguides nicht schaden, also etwas auf das „lokale Sprech“, also die koreanische Sprachregelung eingehend, wiederhole ich noch einmal den Satz aus dem Vorwort:

Die Reise war super, von hoher Ereignisdichte, enorm beeindruckend, kontrastreich und sie gibt einem Nachdenkstoff für Wochen. Somit war unsere Reise in der Reise jeden Cent wert.

Als wir an die Grenze kommen, dauert es wieder Stunden, bis alle Reisenden und ihr Gepäck kontrolliert wurde. Diesmal allerdings schaut man sich auch die Kameras genauer an. Nach einer ersten Gepäckkontrolle kommt eine spezielle Kamerakontrolle, eine Grenzbeamtin mit ausreichenden Englischkenntnissen setzt sich neben mich und fordert mich auf alle Bilder durchzuscrollen. Das mache ich, erst mit der ersten Kamera, dann mit der Zweiten. Sie schaut genau. Im Prinzip interessieren sie, da wir zum Fotografieren militärischer Anlagen ja ohnehin keine Gelegenheit (und auch kein Interesse) haben, nur ob wir Menschen „ungünstig“ in Arbeitskleidung oder Arbeitsposen fotografiert haben. Man hat da schlechte Erfahrungen gemacht. Da findet sie denn genau 2 Bilder, die ich auch bereitwillig lösche. Man weiß noch wenig von Digitaltechnik und so rette ich, bis auf diese 2 Bilder, die ich aber in ähnlicher Form noch mal habe, alle meine 4170 Fotos. Die habe ich nicht gemacht um der DPRK zu schaden, sondern um Erinnerungen zu haben. Schließlich gehören zu einem Land auch arme Leute und in Ägypten oder Jordanien sah es wesentlich schlimmer aus, ohne daß es Fotografierprobleme gäbe. Man kann das auch Lokalkolorit nennen.

Dann sind wir aus der DPRK raus und fahren gen Peking. Eine lehrreiche Reise, in der Reise, geht zu Ende.

Doch, es gilt jetzt zu unserer eigenen Sprachregelung zurückzufinden. Alle diejenigen, die von mir erwartet haben, daß ich mich mit den Tourguides anlege, sie von unserem System überzeugen will, mußte ich enttäuschen. Alle, die dachten, ich schreibe einen Horrorbericht über die DPRK ebenfalls. Es ist nicht unsere Intention um die Welt zu reisen und andere Menschen am deutschen Wesen genesen zu lassen. Wir sind keine Weltverbesserer, jedenfalls nicht außerhalb Deutschlands. Ich nehme die DPRK so wie sie ist. Sie ist nicht mein Land, es nicht mein politisches System. Meine Frau ist froh, daß es in Rußland ein solches System nicht mehr gibt, wohl wissend, daß noch vieles unvollkommen ist.

Ich selbst wiederhole mich: Meine, bzw, unsere totale Ablehnung des Kommunismus, aller Formen von Sozialismus ist hinreichend bekannt. Wir entziehen uns jeder kollektivistischen Umarmung und hassen die Linken und ihre weichgespülten sozialdemokratischen Vettern und ihre grünen Cousins. Wir gestalten unser Leben seit jeher autark, sind bis in die Haarwurzeln individualisiert und lehnen jede Führung, jede Fürsorge und jede Bemutterung ab.

All das, was wir hassen, aus tiefstem Herzen hassen, war in Nordkorea. Der Staat hält seine Bürger in Unfreiheit, er nutzt seine Ressourcen nicht, er hat eine verbohrte Führung, die lieber ihre Bevölkerung verhungern läßt, als politischen Doktrinen abzuschwören. Man biegt sich die Geschichte zurecht und verhindert, daß die Bevölkerung sich ungehindert informieren kann. Man betet Kim Il-sun an, ersatzreligiös, und es gibt wohl auf der Welt keinen vergleichbaren Personenkult. Und so weiter, und so weiter...alles bekannt. Wenn Sie das noch mal episch breit ausgewalzt konsumieren möchten, schauen Sie in unsere Massenmedien, den SPIEGEL und andere Organe. Denen ist das Lügen ebenfalls inhärent, jedenfalls nutzen sie die Freiräume nicht, die unser System einräumt. Überwiegend schreibt man voneinander ab. Gegenläufige Ansichten werden auch bei uns hinweggefegt. Der Fall Sarrazin ist ja noch in guter Erinnerung.

Also: Wenn ich mich über die DPRK erregen soll, dann muß ich mich über alle Unrechtssysteme erregen. Tue ich ja auch, besonders dann, wenn man uns diese Systeme noch als nachahmenswert und vorbildlich verkaufen will, wie das die Linken z. B. mit Kuba und Venezuela tun, und deren „begnadeten“ (sozialistischen) Führern Castro und Chavez. Und wenn mir ein Che Guevara T-Shirt entgegenkommt halte ich den Träger für einen unterbelichteten Blödmann. Hier in China verehrt man Mao, nicht wissend, oder verdrängend, daß er Millionen auf dem Gewissen hat. Den neuen Friedensnobelpreisträger kennt hier niemand, er interessiert nicht die Bohne. Glauben Sie die 1,5 Milliarden hätte schon mal seinen Namen gehört? Ausser einigen Intellektruellen und Studenten doch niemand. So what?

Ich brauche meine Gesundheit, will keinen Ulkus bekommen und kann das Leid der Welt nicht ändern. Und dennoch bekomme ich bald ein Magengeschwür. Weil ich an mein eigenes Land denke. Da regt es mich wirklich auf. Da könnt ich kotzen!

Deshalb zurück in den Zug. Wir machen uns mit den Nachbarn aus anderen Abteilen bekannt: Eine Holländerin, die seit Jahren in China lebt und für eine Telefonfirma arbeitet. Sie spricht 7 Sprachen. Dann ein junges Ehepaar, ganz reizende Leute, er Attaché eines westlichen Landes, sie arbeitet bei einer internationalen Spedition. Mit der Niederländerin stellen wir gemeinsam fest, daß Deutsche die in Deutschland leben, völlig unempfänglich sind für andere Gedankengänge. Von einigen Wenigen, Menschen die gelernt haben ausgetretene gedankliche Pfade zu verlassen mal abgesehen. Das aber Menschen, die im Ausland leben und nach Deutschland oder die Niederlande oder Europa hineinsehen ganz andere Positionen haben. Wesentlich souveräner sind. Sich dem Zeitgeist entziehen können und kritischer auf ihre Regierungen und die Entwicklungen blicken.

Und nun kommt, nach dieser schönen Reise, doch noch: Der absolute Frust. Im Nebenabteil ist auch ein Professor für Molekularbiologie vom Max-Planck-Institut in München. Ein sehr netter Mann, mit dem wir, weil er gleich nebenan „wohnt“ und oft auf dem Gang steht, viel plauschen. Wir stellen fest, daß wir die gleiche Schule besucht haben, die Rehberge-Grundschule in Berlin Wedding, und, ich staune, sogar die gleiche Klassenlehrerin hatten, Frau Bierfreund. Aber er ist 5 Jahre jünger, also kam er an die Schule als ich sie schon verlassen hatte. Und so ein Treffen in diesem Teil der Welt.Schließlich laden wir ihn zu der Flasche Ginsengschnaps ein, die wir uns als Wegzehrung mitgenomen haben. Er kommt also in unser Abteil, wir reden zunächst über die DPRK und dann über Deutschland. Jetzt fängt der Frust an, wir haben e inen Bilderbuchlinken im Abteil. Sehr lehrreich. Alexander, mein Sohn, hat Ohren, so groß wie Salatschüsseln. Er schweigt und hört:

Das mit Sarrazin war richtig. Auch der Umgang mit ihm. Daran ist nichts auszusetzen. Ich wende ein, dann bräuchte man künftig nur noch Klappentexte lesen. Er bleibt dabei. Solche Thesen darf man nicht veröffentlichen. Aha! Wie hatte der Mann doch gesagt: „Ich bin für Pluralismus!“ Dann kommen wir auf die Sozialsysteme zu sprechen: Die sind gut, ja, und die Leute haben einen Anspruch darauf. Mein Einwand, daß wir damit Abhängige züchten gilt ihm nichts. Aber er ist begeistert für Multikulti. Er kann doch in sein türkisches Restaurant am Münchner Bahnhof gehen und türkisch essen und Wasserpfeife rauchen. Das, so argumentieren wir, könne er auch ohne den ganzen Multikultiwahn. Restaurants anderer Nationen gab es schon immer. Aber es geht weiter. Israel nennt er ein Apartheidsystem, und da ICH ihn eingeladen hatte schlucke ich das, hätte er mich eingeladen wäre ich aufgestanden und gegangen. Und so geht es weiter. Bei der Wahl Obamas habe er die ganze Nacht nicht geschlafen, der Nobelpreis ist verdient.

Es ist lange her, daß ich so einen Linken direkt vor mit hatte. Der typische deutsche Intellektuelle: Nett, freundlich, intelligent, fachlich wahrscheinlich kompetent, aber politisch instinktlos und total dusslig. Tragisch! Als er gegangen ist, macht mein Sohn den Mund auf: „Ihr seid wie Feuer und Wasser“, sagt er. „Unvereinbar!“ Für ihn war das unwahrscheinlich interessant. Denn er hat, weil außerhalb Deutschlands lebt, in Israel war, politisch interessiert ist, auch Vergleichsmöglichkeiten.

Ich dagegen komme in dieser Nacht vor Ärger nicht zur Ruhe. Nicht über die DPRK und ihre paranoiden Führer, sondern über diesen linken Professor, der so typisch ist, für das, was in unserem, äh, in meinem Land abgeht. Am nächsten Morgen frage ich ihn, ob man mit meiner Einstellung in Deutschland Professor werden könne. „Wahrscheinlich nicht“, meint er, „vielleicht in Molekularbiologie, aber auf keinen Fall in Politik- und Sozialwissenschaften!“

Pluralismus in D-schland.

Gegen 9 Uhr trudeln wir in Peking ein. Und schon verlieren wir uns, wie alle anderen Reisenden in der unübersehbaren Menschenmenge. Wir sind alle nur Sandkörner, jedenfalls in der Masse. Es bleibt dem Einzelnen überlassen was er aus sich macht. Wenn er die Chance dazu hat. In Nordkorea hat er sie, so unser Eindruck nicht, nicht immer.

Fotos: © Copyright www.rebellogblog.com / Robin Renitent 2010



 

Nordkorea
Demokratische Volksrepublik Korea - DPRK
Ein Reisetagebuch in Bildern und Texten
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
Written by Robin Renitent

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Nordkorea
The Pyongyang Times
Ausgabe 40, Saturday, October 2, Juche99 (2010)
Pyongyang, DPRK

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Rebellog Slideshows DPRK
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Nordkorea - Tag 5
robin_renitent

 Ein Reisetagebuch
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
Written by Robin Renitent

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조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk

Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise.





Der heutige Tag, der 05. Oktober 2010, beginnt mit einem Programmpunkt, den wir selbst vorgeschlagen hatten. Wir hatten den Besuch einer Farm gewünscht. Ich wollte sehen, wie Landwirtschaft funktioniert, welche Maschinen und Geräte man benutzt, wohl wissend, daß wir in eine speziell ausgesuchte Vorführfarm gebracht werden würden.

Also fahren wir, bei strahlendem Wetter, 30 Minuten über die Autobahn und besuchen die Chonsam-ri Cooperative Farm. Nun sind wir ja inzwischen gut trainiert unsere Fassung zu behalten, dennoch, wenn alle Farmen wie diese im Lande aussehen, braucht man sich um die DPRK keine Sorgen zu machen. Unsere Tourarrangeure gehen also davon aus, daß uns der Blick aus dem Autofenster nichts anderes lehrt, wir unseren Verstand in Peking im Koffer gelassen haben.

Wir halten auf einem sehr großen, sehr sauberen, sehr gepflegten und mit Blumenrabatten versehenen Vorplatz. Hier steht er wieder, Kim Il-sun, diesmal mit 3 Kindern, der große Führer, der auch viel von Landwirtschaft verstand. Chonsam-ri heißt übrigens, wenn ich es richtig verstand, Menschenführung. Da sind wir hier richtig, wir sehen fleißige Gärtnerinnen, die den Rasen jäten, die Anlagen pflegen. Gleich neben den repräsentativen Gebäuden, die den Platz einrahmen, sehen wir dann auch eine Reihe Gewächshäuser. Ich schaue hinein, Tomaten, Gurken, bilderbuchartig, musterhaft. Es gibt nichts auszusetzen. Die Gewächshäuser unterstehen einer Brigade von 50 Person, die Farm hat 10 Brigaden, insgesamt leben 2500 Personen hier. Mir kommt flüchtig der Gedanke, daß bei uns zum Betrieb einer solchen Gewächshausreihe vielleicht nur 2-3 Personen eingesetzt würden, aber dann verdränge ich den Gedanken. Wir haben soviele Harz IV-Empfänger, die gibt es hier wahrscheinlich nicht, von der DPRK also könnten wir lernen.

Gegenüber ist unter schrägen Glasdächern eine Schneckenzucht untergebracht. Wir sehen etliche Becken mit Schnecken die an Blättern knabbern und auf einer Roste sehen wir Scheckeneier. Well, sehr schön, aber wie man damit im großen Stil wirklich Erfolg haben will muß man mir noch einmal erklären, vielleicht auf einer späteren Reise.

Nun gehen wir zu einem Gemeindehaus, bzw. einer Art Kulturhaus, für eine Farm ungewöhnlich groß, ein Theaterraum der jeder deutschen Kleinstadt zur Ehre gereichen würde und siehe da: Just in this moment, wird geübt. Da wir nun mal da sind werden wir mit Klatschen begrüßt, unsere 6 Mann Delegation nimmt Platz, allein in diesem großen Theatersaal und eine Vorführung beginnt. Vom Feinsten! Absolut super! Nur, ich kann kaum glauben, daß es sich um Mitglieder der Farm Cooperative handelt. Das Ensemble sieht so gepflegt, so hellhäutig aus, arbeiten die sonst wirklich in der Landwirtschaft? Und solche Talente in einer Farm. Aber ich schiebe meine Zweifel beiseite und akzeptiere: Die DPRK hat das Glück über ungewöhnlich viele Talente zu verfügen. Jedenfalls haben wir wieder das absolute „Putingefühl“, wir, die Künstler und sonst niemand...Unser Dank geht an die Verantwortlichen der Kooperative!

Jetzt aber wollen wir wirklich sehen, wie die Landbevölkerung in der Normalität lebt. Man führt uns zu einem typischen Bauernhaus. Die Einwohner sind nicht da, sie arbeiten natürlich, aber die Großmutter steht, wie einem Bilderbuch entliehen, in der Eingangspforte des sauber umfriedeten Hauses. Sie sortiert Trockenfrüchte die auf einer Plane liegen. Wir dürfen in das Haus blicken und eintreten. Wir dürfen auch fotografieren. Das finden wir sehr nett, denn so können wir festhalten, wie sauber und aufgeräumt es hier aussieht. Die Küche blitzblank, die Rauchfußbodenheizung so sauber, fast wie nie benutzt, sehr ordentliche Leute. Im Wohnzimmer, sauber mit Deckchen abgedeckt, Fernseher, Computer, HiFi-Anlage. Mensch, meine ersten Schwiegereltern waren auch Farmer, in Dänemark. Aber so sah das da nicht aus. Meine erste Schwiegermutter hat eben nicht verstanden Ordnung zu halten. An den Wänden Bilder der beiden Kim’s und von weiteren Familienangehörigen dieser wirklich vorbildlichen Familie. Zu gerne hätten wir doch weitere Familienmitglieder kennengelernt, aber wie gesagt: Arbeit geht vor. Nachdem wir, angesichts dieses fast kapitalistisch anmutenden typischen nordkoreanischen Landhaushaltes unsere Fassung wiedergewonnen haben, verabschieden wir uns herzlich von der Oma und fahren mit dem Bus durch einen langen Tunnel auf die andere Seite des Berges. Hier, einmal ausgestiegen, flanieren wir auf einem gepflegten und aus glattem Beton führenden Arbeitsweg durch die Reisfelder. Nix mit Modder, Matsch und Dreck. Sauber gehäufelt liegt der frisch geschnittene Reis auf den Feldern. Auf der Strasse nebenan fahren moderne Traktoren und LKW. Auf den Feldern einige Bauern, Männer und Frauen, die arbeiten. Meine Fragen werden beantwortet. Dann erscheint eine Brigade, sehr sauber und ungewöhnlich farbig gekleidet, und beginnt auf den bereits geerneten Feldern sich zu bücken. Was sie genau machen erschließt sich mir nicht, auch sehen sie etwas städtisch aus. Wahrscheinlich eine Unterstützung aus der Stadt, wir kennen das aus der SU und der DDR. Langsam gehen wir zum Bus zurück. Als wir uns umdrehen beendet die Gruppe ihre Arbeit, es ist auch wirklich warm in der Sonne. Uns auch.

Der Besuch dieser Farm Cooperative hat mich nachdenklich gemacht: Machen wir wirklich alles richtig im Westen? Ich habe keine Ahnung was die 10 Brigaden à 50 Menschen hier im Einzelnen arbeiten, aber wenn sie arbeiten, und davon gehe ich aus, sind sie beschäftigt. Hart beschäftigt. Bei uns dagegen hängen viele in der Warteschleife und beziehen Stütze. Ja, und in der Erntezeit brauchen wir Polen um den Spargel zu stechen oder die Trauben einzubringen.

Doch nun geht es weiter: Wir fahren zum „Mt. Ryonggak for picnic lunch and ascent to summit for panoramic view of Pyongyang“. Eine zauberhafte Landschaft, eine gute Sicht und ein wenig anstrengender Aufstieg. Menschen sind keine hier, außer einer Arbeitsbrigade, die ein altes Toilettenhäuschen abreißt und die Wege ausbessert. Wir genießen die Aussicht, verweilen auf des Berges Spitze, dann geht es wieder ein Stück hinab zu einem phantastischen Picknickpark. Ein etwa 30m langer Steindrache schlängelt sich malerisch durch die Landschaft, an seinem Kopfende sind, auf verschiedenen Ebenen, steinerne Picknicktische und Bänke erstellt. Ein wunderschöner Platz, wir sind allein, nur etwa 50m entfernt reparieren einige Arbeiter den Weg. So einen Platz hätte ich auch gern in Deutschland. Doch nun die ultimative Überraschung: 2 Tische sind gedeckt, Stofftischdecken, Geschirr, Tischgrills, unzählige Schälchen mit Zutaten und große Teller mit verschiedenen Fleischsorten. 2 hübsche, junge Serviererinnen, nicht in grauer Arbeitskluft, sondern in Pinkanoraks, servieren uns und grillen unser Fleisch direkt am Tisch. Sehr nett. Man stelle sich vor: Mit einem zweiten Wagen wurden die jungen Damen extra aus einem Restaurant in der Stadt abkommandiert und hier her gefahren. Mit allem nötigen Klimbim. Sagenhaft. Liebe Leute: Was Organisation anbelangt sind die Nordkoreaner fast so gut wie wir Deutschen, äähm, wahrscheinlich sogar besser...

Natürlich genießen wir das, warum auch nicht. Unseren Kindern gefällt es auch sehr. Wem würde es nicht gefallen so umsorgt zu werden. Daß das ausgerechnet in der DPRK ist ist eine Wendung des Schicksals, die wir a.) bezahlt haben und die wir b.) weder ändern können noch wollen. Wir machen uns trotzdem unsere eigenen Gedanken, doch nicht in diesem Moment. Das Essen ist üppig und wir haben genug Zeit. Nie entssteht der Druck, von dem wir immer lasen. Anschließend laufen wir zum Schwanz des Drachen, der in einem See endet. Hier schließt sich eine herrliche Parklandschaft an mit Wasserbecken, Figuren und einer künstlichen Insel. Könnte es in der Residenz von Kim Jong-Il besser aussehen? Kaum vorstellbar.

So gesättigt geht es zurück in die Stadt zum Besuch einer Mittelschule. Auch ein von uns gewünschter Programmpunkt. Der Bus hält zwischen Schulgebäude und Schulhof. Eine Lehrerin empfängt uns und führt uns in einen Schulungsraum. Hier sehen wir die Klassenbesten, die Schulbesten, die verdienten Schüler der Vergangenheit, die Wände sind voll mit Fotos und Schautafeln. Unsere Kinder hören aufmerksam zu. Dann geht es ein Stockwerk nach oben in den Biologieraum. Auf den Schränken und dem Boden stehen ausgestopfte Kleintiere der heimischen Wälder, in großen Gläsern können wir „eingelegte“ Oktopussy’s und sogar einen kleinen Hai sehen. Die ausgestopften Tiere sehehn schon etwas mitgenommen aus, aber auch bei uns fehlt das Geld ja in vielen Schulen. Dann geht es weiter, durch Glasfenster in den Türen können wir sehen, wie in den Klassen gearbeitet wird, dann eine Tür: Die Englischklasse.

Wir treten ein, die Schüler springen auf, klatschen anhaltend (warum, noch haben wir nichts geeistet...) dann sagt die offensichtlich Beste eine Begrüßung und bombardiert uns mit Fragen. Unsere Kinder sind etwas verdattert, so einen Redefluß hatten sie nicht erwartet. Die Fragen sind etwa: „ Was ist dein Lieblingsfach?“, oder „Was machts du in deiner Freizeit?“ Harmlose Schülerfragen eben. Doch so richtig kommt kein Gespräch in Gang, was auch an unseren Kindern liegen mag, die etwas schüchtern sind und lange nicht vor einer Klasse gestanden haben. Deshalb greife ich gelegentlich ein und ergänze die Antworten oder stelle selbst Fragen. Dann frage ich, weil ich merke, das sich die Zeit dem Ende zuneigt, „Wer hat jüngere Geschwister?“ Und als sich einige, der etwa 12 Jahre alten, Kinder melden zeige ich ihnen meinen bewährten „Es sitzen 2 Tauben auf einem Dach“-Trick. Der kommt immer an, bricht jedes Eis und auch hier sind die Kinder begeistert. So scheiden wir, wieder von donnerndem Applaus begleitet.

Nun geht es in den Musikraum: Schon im Gang stehen Kinder in Schuluniform aufgereiht und begrüßen uns mit lautem Klatschen, dann, im Raum selbst, ein Lehrer an einem Mischpult und ein Schulorchester. Was jetzt kommt ist schlichtweg sagenhaft: Geschlagene 30 Minuten spielt und singt das Orchester für uns. Leistungen, die ich, weil ich mich dafür interessiere, mit den Leistungen in anderen Ländern vergleichen kann. Kanada kann man komplett vergessen. Die bringen gar nichts zustande, von ganz einzelnen Ausnahmen mal abgesehen. Was aber da nicht an der Musikerziehung liegt, sondern eher an dem sich bahnbrechenden Talent des Einzelnen. Auch in Deutschland müßte man länger, wenn auch nicht ganz so lange, suchen um vergleichbare Perfektion zu finden. Wir sind alle ziemlich beeindruckt. Als das Konzert zu Ende ist bedanke ich mich und versichere den Kindern, daß „sie dankbar sein können solche Musiklehrer zu haben“. Da strahlen alle, auch die Lehrer, und unter donnerndem Applaus werden wir auch hier verabschiedet.

Nun haben wir noch etwas Zeit und unsere Tourguides wollen endlich meinen Wunsch nach einem Spaziergang durch normale Wohnstrassen einlösen. So ganz klappt das nicht, von ihrer Seite schon, aber ich meinte NORMALE Wohnstrassen. Wir aber laufen in der Strasse, sehr repräsentativ, wo gerade die russische Botschaft renoviert wird. Klar, da stehen Wohnhäuser. Sehr gut aussehend, schöne Fassaden, gute Bauqualität, Blumen auf den Balkons, eine „schöne Jejend is det hier“. Ich habe meine Zweifel, das es überall so aussieht, aber ich weiß, man will uns stets das Beste zeigen. Das finde ich rührend...und ich mache es bei meiner Hausbesichtigung ja auch nicht anders. Durch Strassen wo junge, gut gekleidete Menschen schon für den Parteitag üben, kommen wir schließlich zum Schoolchildren’s Palace.

Mit perfekter Organisation und einem Supertiming treffen hier auch alle anderen Tourbusse dieser Tage ein und nun wird der Palast besichtigt, in dem normalerweise gearbeitet wird, aber an Dienstagen ist „Open Day“. Wir gehen von Raum zu Raum und sehen Kinder wie sie, je nach Ausbildzungsstand, Tuschezeichnungen anfertigen, Stickereien erstellen, oder in verschiedenen Räumen verschiedene Musikinstrumente erlernen. Besonders beeindruckt mich der Raum mit den Klavieren, bzw. Flügeln: Hier spielen die Kinder an 4 Flügeln gleichzeitig und synchron. Das bekommen selbst nur die wenigsten erwachsenen Pianisten hin. Noch nie so vorher gesehen oder gehört. Auch eine Taekwondo Klasse sehen wir beim üben. Dann, gegen 16 Uhr versammeln sich alle Touristen im Theater. Das ist ziemlich groß, das ganze Gebäude ist ja, wie üblich, auch riesig, und erwarten eine Aufführung. Was jetzt kommt muß man erlebt haben. Eine komplette Musik- und Theatershow vom Feinsten. Nie habe ich größere Perfektion gesehen. Absolute Spitze. Ein Höhepunkt „jagt“ den Anderen. Ach, ich vergaß, nein das sind keine Erwachsenen, das sind alles Kinder. So trainiert, Miesmacher würden sagen dressiert, kann man wohl nur in einem solche System werden. Aber die Leistungen sind da, nicht wegzudiskutieren. An den strahlenden Gesichtern jedenfalls sehe ich, der Applaus, die zahlreichen Blumensträuße erfreuen die Kinder. Sie sehen sich anerkannt.

Inzwischen knurrt wieder der Magen. Wir fahren in ein Duckrestaurant (also Ente) und noch einmal essen wir mit unseren Führern. Es geht ausgelassen zu und wir grillen Entenfleisch am Tisch. Es ist klar, daß wir uns bei ihnen für ihre Fürsorge, ihre grandiose Organisation bedanken. Wir stoßen an und lange schallt’s im Raume noch:

Nordkorea lebe hoch!


Nordkorea - Tag 4
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 Ein Reisetagebuch
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
Written by Robin Renitent

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조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk

Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise. 




Nordkorea - Tag 4


Vor dieser Tour gab es, am Tage zuvor, noch einige Diskussionen mit unseren Tourguides. Wiederholt hatte ich darauf hingewiesen, daß wir die Tour nach Panmunjom/DMZ (Demilitarisierte Zone) nicht noch einmal machen wollen, weil wir, vor einigen Wochen, als wir in Südkorea waren, die Grenze bereits ausführlich gesehen hatten. Auch das Interesse unserer Kinder wollten wir nicht überstrapazieren. Doch nun lerne ich typische, asiatische Taktik kennen. Sie lachen freundlich, so als hätten wir einen Witz gemacht, aber bleiben unerbittlich. Panmunjom/DMZ ist Pflicht. Im Hotel treffen wir ein älteres britisches Ehepaar, die waren vor 6 Jahren schon hier und hatten auch damals die Tour gemacht. Es hilft nichts, auch sie werden zur Grenze gekarrt.

Kurzfristig überlege ich, ob ich einen Streit anfangen soll, aber dann entscheide ich mich dagegen. Die ganze Stimmung ist letztlich so gut, daß wir in den sauren Apfel beißen. Gleich vorweg: Wir haben es nicht bereut. Es war unwahrscheinlich interessant, auch für die Kinder. Die Tour lief nämlich ganz anders, als im Süden. Wir fahren also mit unserem Minibus, wieder über eine leere Autobahn. Diesmal stehen keine Polizisten am Strassenrand. Ich nehme mein 200mm und es gelingt mir gute Fotos zu schießen. Allein das macht es die Fahrt wert. Es sind immerhin 170km in einer Richtung. Vor der Grenze dann 4 Kontrollen, aber wesentlich weniger Aufwand als bei den Amerikanern im Süden.

Dort konnte man ja nicht individuell zur Grenze, sondern nur als Reisegruppe. Die Reiseleiterin hatte uns mit zahlreichen Regeln vertraut gemacht, einschließlich etlicher Kleidungsvorschriften. Dann waren im Süden alle grenznahen Gebiete vermint, unzählige Warnschilder. Ein großer Aufstand, umsteigen in einen amerikanischen Militärbus, kein fotografieren des Führungsoffiziers etc.pp. Wir mußten sogar unterschreiben, daß wir im Falle einer Konfliktsituatuion niemanden verantwortlich machen....

Nun, also hier. Wir fahren mit unserem eigenen Bus bis dicht an die Grenze. Kurzes Aussteigen, pinkeln, Souveniershop, dann wieder einsteigen. Ein nordkoreanischer Führungsoffizier steigt zu, drückt uns die Hand, und los gehts. Wir halten vor der Unterzeichnungsbaracke und der Offizier hält einen Vortrag, der allerdings von der Dolmetscherin sehr schlecht übersetzt wird. Danach gehen wir in die gleiche blaue Baracke, (Rebellog-Link) in der wir bereits vor einigen Wochen waren. Irre, alles nochmal, nur von der anderen Seite. Diesmal halten Nordkoreaner Wache. Muß ein gutes Timing sein, bzw. eine gute Absprache zwischen den beiden Seiten, daß sich gegenseitige Touristengruppen nie zu Gesicht bekommen. Nun gehen wir ins Hauptgebäude, treten ein, es ist das Gebäude wo ich damals den Soldaten fotografierte und dann das Fotos cropte, und ins Internet stellte, und schon geht es nach oben auf die Terrasse. Alles geht ganz locker zu, viel entspannter als im Süden. Wir können fotografieren was wir wollen, auch das Gebäude auf der Südseite, was man uns dort verboten hatte. Und natürlich den 170m hohen Flaggenmast der Nordkoreaner und das Dorf zu seinen Füßen. Die Amerikaner hatten es verboten, angeblich, weil die Nordkoreaner es nicht wollen. Ich bezweifele jetzt diese Darstellung. Wie auch immer, ich fotografiere ihn und niemand nimmt an meiner Röhre Anstoß. Es ist nicht klar ,ob das Dorf bewohnt ist oder nicht. Beide Seiten behaupten das Gegenteil. Angeblich ein soll es nordkoreanisches Potemkin sein. Aber wo wohnen dan die Bauern die den Reis schneiden?

Dann geht es zurück. Wir sehen keine Minenwarnschilder. Offensichtlich sind die Südkoreaner, bzw. ihre amerikanischen Partner, ebenfalls etwas paranoid, sicherlich aus Erfahrung, aber dennoch. Das kommt davon, wenn man sich Jahrzehnte unversöhnlich gegenüber steht. Als wir wieder aus den Grenzanlagen raus sind dürfen wir den Führungsoffizier fotografieren. Allein, mit unseren Kindern, alles ganz locker. Er fragt uns aus über unseren Besuch im Süden, wir geben bereitwillig Auskunft. Als ob er das nicht alles schon wüßte. Ja, er ist ein Hundertfünfzigprozentiger, sonst würde er nicht hier eingesetzt. Und so nett er lächelt und so viel Charme er auch hat, und so fest sein Händedruck beim Abschied ist: Wir sind uns darüber klar, daß, wären wir nicht Touristen, sondern vielleicht agitierende oder spionierende Feinde, er auch anders könnte. Aber sind wir nicht. Und beim Militär und bei Grenzen hört der Spaß in allen Ländern der Welt auf. Aber hier sind die Nordkoreaner mal gute Psychologen: Die entspannte Atmosphäre bleibt den Besuchern jedenfalls angenehm in Erinnerung und macht dadurch den obligatorischen Besuch erträglich.

Nun geht es zum Mittagessen in die Stadt Kaesong. Kaesŏng ist die fünftgrößte Stadt Nordkoreas mit 340 000 Einwohnern. Das Mittagessen ist typisch koreanisch und alles wird in kleinen Messingschälchen serviert. Dazu gab es eine heiße Suppe, die erst am Tisch aufgekocht wurde. So gestärkt geht es weiter:

Im Nordosten, zwei Kilometer außerhalb der Stadt, liegt der Komplex der Sŏnggyungwan-Akademie (in dieser Funktion verwendet ab 1089), in dem sich seit 1987 das Koryo-Museum über die Zeit des Königreichs Goryeo befindet. In dem umgebenden Park wurden mehrere alte Steinmonumente aus verschiedenen Tempeln des Landes aufgebaut.

Im Garten kosten wir auch Früchte des Ginkobaumes, frisch geröstet. Noch einmal 3km weiter besuchen wir das Grab Wang Geons, des Gründers der Goryeo-Dynastie. Bei dem Mausoleum handelt es sich um ein in eine anmutige Landschaft eingebettete Stätte mit zwei unaufdringlichen Grabhügeln samt Steinstatuen.

Hier gibt es eine traurige Geschichte: Wang Geon suchte ein Grabplatz für seine Frau und für sich. Er beauftragt einen Schamanen den geeigneten Platz zu finden und verspricht ihm viel Geld. Der Schamane findet diesen Platz, hier, der König will das von dem gegenüberliegenden Berg überprüfen und steigt hinauf. Wenn er ein weißes Tuchn schwenkt, gefällt ihm der Platz nicht und der Wesir soll dem Schamanen den Kopf abschlagen. Von dem Aufstieg aber angestrengt wischt sich der König mit einem weißen Tuch den Schweiß von der Stirn. Der Wesir im Tal hält das für das verabredete Zeichen und enthauptet den Schamanen. Wieder im Tal erfährt der König was geschehen und, obwohl er die Belohnung gespart hat, ist er sehr traurig.

Ich auch. Doch die Landschaft ist wunderschön, die Grabhügel des Königs und seiner Frau liegen an der richtigen Stelle in der Landschaft. So möchte man begraben werden. Dank an den Schamanen. Unheil über die Japaner, die das Grab plünderten. Wir gehen zum Auto zurück und fahren heim nach Pyongyang. Wieder habe ich Gelegenheit Fotos zu machen. Auch von Menschen. Alle dösen.

Doch der Tag ist noch nicht zuende, jetzt geht es zum Golden Lane Bowling Centre. Das hat auch Kim Il-sung schon besucht. Des unterscheidet sich nicht von unseren Bowlingcentren, genauso sauber und perfekt, dennoch ist die Stimmung anders. Warum? Es sind nur wenige Menschen hier. Etwa 3 Bahnen sind belegt, die anderen etwa 17 sind frei. Wir können unsere Guides nicht dazu überreden mit uns zu spielen, also spielen wir eine Runde allein. Für mich finden sich übrigens nur mit Mühe große Schuhe, aber man findet sie. Die Kugeln sind ziemlich schwer, und obwohl es nur eine Runde war, ziehen am nächsten Tag die Muskeln. Wir sind eben aus der Übung was solche Sporarten betrifft. Das letzte Spiel war vor 2 Jahren in Kanada.

Ein Abendessen in einem Restaurant schließt sich an. Erstmals essen unsere Begleiter mit uns. Es ist eine ausgelassenen Stimmung und wir lachen uns schräg, wenn sie mich als „Kapitalisten“ aufziehen. Eine der Fragen ist mir erinnerlich: Wie viele Lampen wir in einem Zimmer haben? Ich antworte wahrheitsgemäß, etwa 7-8. Der Mann fällt fast vom Stuhl. Wofür? Eine, sage ich, an der Decke, eine neben der Couch, dann einige Strahler vor der Bücherwand, dann in der Leseecke, eine neben dem Kamin, und so weiter. Also nochmal: Kapitalist! Klar, hier in Pyongyang und draussen im Lande, sieht man, wenn man abends in die Fenster schaut, nur jeweils eine Kaltlichtenergiesparbirne. Sehr gemütlich. Aber da wollen ja unsere Grünen auch hin.

Das Essen ist super, wir trinken Reiswein, und schließlich geht es angeheitert zurück ins Hotel. Denn, er kommt, morgen...

...der 5. Tag!


 


Nordkorea - Tag 3 - Part 2
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 Ein Reisetagebuch
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
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Nordkorea - Tag 3 - Part 2


Der Nachmittag beginnt für uns mit einem Besuch der „USS.Pueblo“.

„Die USS Pueblo (AGER-2) ist ein Spionageschiff der US-Marine, das im Jahr 1968 durch die Kaperung durch die nordkoreanische Marine besondere Berühmtheit erlangt hat. Es befindet sich noch heute im Besitz Nordkoreas und ist damit das weltweit einzige Schiff der US-Marine, das sich in Gefangenschaft befindet.“

Sagt Wikipedia und kürzer kann ich es auch nicht sagen. Als wir eintreffen erwartet uns, oh Wunder, die Offizierin aus dem Kriegsmuseum von vorgestern. Sie führt uns durch das ganze Schiff, einen etwas angerosteten, ziemlich unkomfortablen „Kahn“. Scharfkantige Bleche und harte Ecken, wie auf Kriegsschiffen üblich. Voller Stolz zeigt uns unsere Führerin jede Ecke, auch wie die Mannschaft untergebracht war. Wir sehen eine Kabine mit Stockbetten, ohne Matratzen. So, werden die Marines nicht geschlafen haben, ich denke doch, daß die US Marine, selbst bei knappen Kassen, ihren Leuten eine Matratze gönnt. Vielleicht sind sie in der langen Zeit verrottet. Der Spionageraum ist vollgestopft mit Elektronik, natürlich angejahrt und verstaubt, aber immerhin. Was wäre ein Spionageschiff ohne Technik? Dann kommen wir in den ehemaligen Mannschaftsraum und ein weiterer Offizier setzt einen Flachfernseher in Betrieb. Nun sehen wir eine nordkoreanische Dokumentation, die uns erklärt, wie die Umstände des Aufbringens der „USS.Pueblo“ abliefen. Aber hatte nicht mein Filius bereits in Seoul, als wir das Reiseprogramm per Email erhielten , sich die einzelnen Punkte aus dem Internet herausgesucht und sich gerade über die Pueblo umfassend informiert? Mit 14 Jahren hat man offensichtlich ein besonderes Interesse an Spionagevorgängen. Auch uns war die „Story“, wenn auch nicht ganz so detailliert, dennoch bekannt.

Klar, daß die Darstellungen der Koreaner von unseren Kenntnissen deutlich abweichen. Diese Widersprüche fielen auch unserem Sohn sofort auf. Aber wir sind höflich, und außerdem ist es ein ungeheuer lehrreicher Vorgang abweichende Darstellungen so direkt mal selbst zu erleben. Wie auch immer, die DPRK überhöht diesen Vorfall so nachdrücklich als einen Sieg über die amerikanischen Imperialisten und das US-Militär und ist so stolz auf die geleisteten Kapitulations- und Entschuldigungsunterschriften, daß wir in dieser Reisebeschreibung darauf verzichten ein Analyse der Selbstbewußtseinssituation der amtierenden Führung vorzunehmen und die westliche Sicht zu erläutern. Insgesamt aber haben wir die Kapitulations- und Entschuldigungsunterschriften an mehreren Orten gesehen, sie sind, das ist offensichtlich, zur Stabiliserung des nationalen Selbstverständnisses nötig. Doch haben wir solche Selbstbestätigungsrituale nicht auch in Deutschland? Denken Sie mal über unseren heutigen Umgang mit der Geschichte nach. Je weiter wir uns vom Ereignis entfernen umso intensiver sind wir darauf fixiert.

Bei herrlichem Wetter fahren wir nun zur Stadtmauer, bzw. den Resten davon. Eigentlich ist es ein Park, der Moranbong Park, sehr hübsch angelegt, der Mauerreste und Tore enthält. Wir wandern mit unseren Führern durch den leicht ansteigenden Park, nur selten kommen uns Menschen entgegen. An einem Tor sitzt eine Kunststudentin und malt die schöne Ausicht auf das Tor. Das Bild ist weitgehend fertig, aber sie tupft noch grüne Blätter auf die Äste. Wir dürfen sie fotografieren, ausnahmsweise. Auf einer wenige Meter entfernten Bank sitz ein junger Mann und liest. Die Beiden dekorieren in angenehmer Weise die Landschaft, die ansonsten ja publikumsfrei ist. Doch später, an einem anderen Tor, sitzen junge Leute auf dem Boden und machen ein Picknick. Einige geleerte Flaschen stehen auch schon daneben, die Stimmung ist bereits gehoben. Das hier hat weniger dekorativen Charakter, ist eher eine ungezwungene Situation, woe man sie auch bei uns in vielen Parks vorfindet. Auch das Ehepaar mit Kleinkind sitz wohl ganz zufällig auf dem Rasen, und die Menschen die an einem Stand nach Fettgebackenem anstehen sind nun überhaupt nicht dekorativ. Man sieht ihnen an, daß sie alltags hart arbeiten.

In einem Pavillion, malerisch in einer Senke gelegen, dann doch noch viele Menschen. Rentner, die zur Musik eines Kassettenrekorders tanzen. Seniorentanz also. Als wir erscheinen, zeigen sie, so mein Eindruck, besonders was sie können, und besonders zwei zusammentanzende ältere Herren geben ihr Bestes. Sie tanzen besonders angeregt. Geltungsbedürfnis ist eben international.

Dieser Spaziergang ist schön und entspannt, man kann die Seele baumeln lassen. Sicher, für eine 3,3 Millionenstadt sind erstaunlich wenige Menschen hier. Und den Mangel an Menschen sehen wir natürlich überall in Pjöngjang, wo Touristen auftauchen, oder auftauchen könnten. Dennoch, wir werden am Ende der Reise nicht das Gefühl haben zuwenig Menschen gesehen zu haben.

Besonders nicht bei der nächsten Attraktion, dem Vergnügungspark. Unsere Führer haben sich das für unsere Kinder ausgedacht. Sie wissen nicht, daß unsere Kinder schon von Bush Gardens, über Disney World, Pidgeon Forge etc.pp. oder dem Deutsch-Französischen-Volksfest in vielen Parks waren und sich dort vergnügt haben. Oder so gesehen: Sie haben Vergleichsmöglichkeiten. Da schneidet der Park nicht schlecht ab. Also rein ins Vergnügen. Der Park ist groß und hat auch schon von weitem sichtbare Attraktionen. Die Hauptattraktionen ist ein Bangeejumpingturm in der Mitte. Auf einem Sesselkranz um den Turmschaft nehmen vielleicht 20 Leute in einem Sessel Platz und werden etwa 30m nach oben gezogen. Dann wird ausgeklinkt und alle Sessel sausen in die Tiefe. Massenbungee. Gekreische und Gejubele wie bei uns. Dann diese schrecklichen Drehdinger in denen viele Leute angeschnallt in einem großen Rund stehen und das sich dann dreht und senkrecht aufstellt. Kotz, nichts für mich. Ein Luftschaukelschiff, ein Autoscooter, ein Arcade, mit zahlreichen Computergeräten, Autosimulation, Zielschießen, etc. Und dann die Hauptattraktion: Eine Achterbahn. Ich fahre gerne Achterbahn, solange nichts über Kopf geht. Diese ist hochmodern und geht auch als Spirale über Kopf. Man sitzt nicht, man liegt. Ich habe schon etliche dieser Bahnen gesehen, diese ist nicht nur funkelnagelneu, sie ist auch im Design bisher so von uns nie gesehen. Ich suche mit den Augen das Schild des Herstellers, kann es nicht finden, aber entweder ist sie von einem der großen deutschen Schaustellerausrüster oder eben aus Amerika. Wir fahren nicht.

Wir haben natürlich eine Parkführerin, die macht ein eher gelangweiltes Gesicht, schon deshalb, weil sie immer daneben stehen muß, während wir schauen, aber wenn wir etwas machen wollen sind wir, trotz unzähliger Wartender, die Ersten, die sofort und vor allen Anderen, an die Reihe kommen. Das macht uns nun wirklich ein schlechtes Gewissen und so fahren die Kinder nur einmal zusammen Autoscooter und später überreden wir einen unserer Tourguides zu einer Fahrt im Luftschiff. Doch das ist, zumindest für ihn und mich ein Fehler, ihm tut es nicht gut, er sagt das sei Folter, ich stimme ihm zu und auch mein Magen beginnt zu rebellieren. Ich winke nicht mal meiner Frau zu, sondern konzentriere mich darauf, die Kontrolle über meine Eingeweide zu behalten. Puh.

Die dritte Sache, die wir mitmachen, ist Armdrücken an einer Maschine. Die Idee ist von mir und der andere Tourguide und ich messen uns. Er gewinnt.

Der Park ist sehr voll. Was auffällt: Alle Kinder und Erwachsenen stehen oder hocken manierlich und geduldig vor den jeweilgen Eingängen absolut diszipliniert. Es ist erstaunlich zu sehen, daß zum Beispiel eine Art Block von Kindern 8 oder 10 nebeneinander und in 20 Reihen hintereinander hockt und wartet. Sie starren uns an, aber sie warten. Die Ruhe und Disziplin sucht auf einem deutschen Rummelplatz ihresgleichen. Nichts zu machen. So ist hier die Erziehung in der Schule, im Pionierlager, oder in der Jugendorganisation auch für das tägliche Leben. Ich versuche die Kindern bestimmten Eltern zuzuordnen. Aber das klappt nicht, wahrscheinlich sind es überwiegend Gruppen mit Erziehern. Doch diesmal ist für uns nichts umsonst. Wir haben keine Ahnung was Einheimische zahlen, aber wir bezahlen für jede Attraktion die wir gemacht haben 5 Euro. Das ist der Einheitspreis in Nordkorea für Westler, ganz offensichtlich, egal ob Blumen oder Achterbahn. Natürlich bezahlen wir nicht selbst, der Führer holt sich das Geld bei uns ab und regelt das mit der Führerin. Ganz klar: Dieser Besuch war nicht vorbereitet. Sonst wäre der Preis wahrscheinlich auch inbegriffen gewesen.

Im Hotel bringe ich meinen revoltierenden Magen zur Ruhe, schaue TV, sehe aus dem Fenster noch einmal ein Feuerwerk über dem 1. Mai-Stadion und...

... freue mich auf Tag Nr. 4!



 

 


Nordkorea - Tag 3 - Part 1
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Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
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조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk

Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise.




Nordkorea - Tag 3 - Part 1

(Sonntag, der 03.10.2010) Der nächste Morgen sieht uns „fein“ gekleidet. Doch was heißt auf einer Weltreise fein. Meinen Anzug habe ich längst im Kofferraum unseres untergestellten Autos in Deutschland gelassen. Meine Frau hat natürlich auch kein Abendkleid im Koffer. Aber wir hatten uns noch in Peking Krawatten gekauft und meine Frau versteht es ohnehin, sich mit wenigen Handgriffen ansehnlicher zu machen. Denn manierlich aussehen ist bei dem nächsten Besuchspunkt Pflicht. Wie auch der ganze Besuch Pflicht ist, drücken geht hier nicht. Wir besuchen den Kumsusan Memorial Palace, also das Kim Il-sung Mausoleum. Was jetzt folgt ist so einmalig, so speziell, daß jedes sprachliche Superlativ unzureichend ist es zu beschreiben. Da der Zugang erst ab 17 gewährt wird, machen unsere Kinder mit einem unserer Führer einen Besuch im Zoo. Man hätte für den Filius eine Ausnahme gemacht, aber er will seine kleine Schwester nicht allein lassen.

Wir also reihen uns ein in die Besucherströme. Kameras abgeben, alles was metallisch ist, nach ausdrücklicher Erklärung darf ich wenigstens meine zweite Brille mitnehmen. Nun geht es hinein in die Vorhallen des Heiligtums. Wir werden genauestens gescheckt, dann laufen wir über elektrische Bürsten, die unsere Schuhe von unten reinigen. An jeder Biegung, an jeder Ecke stehen Sicherheitskräfte. Nun geht es auf Rolltreppen hinauf, dann auf endlosen, wirklich endlosen Laufbändern, wie wie sie vom Frankfurter Flughafen kennen, werden wir dem Hauptgebäude entgegentransportiert. Doch die Länge der Bänder im Frankfurter Flughafen ist gegen diese hier kurz. Hier darf man auch nicht laufen, so wie wir aufs Band treten, so bleiben wir stehen, bis wir, nach langer, langer Zeit erneut mit Rolltreppen nach oben und wieder auf Laufbändern weiter befördert werden.

Sowas beeindruckt, wenn schon mich als Großstädter und Weltreisenden, dann umso mehr unerfahrene und einfache Menschen, vom Lande vielleicht, aus der Provinz. Denn eines ist klar, dieser Aufwand hat vorallem eine Wirkung nach innen, auf die Bevölkerung der DPRK. Es ist ja selbstverständlich, daß man sich einem Toten respektvoll nähert, niemand auch hat die Absicht Kim Il-sung zu klauen, schon die Idee wäre absurd. Also würden auch weniger Sicherheitskräfte reichen. Doch hier geht es nicht allein um Sicherheit, nicht nur. Hier wird demonstriert, das Kim Il-sung’s Leichnahm, das Heiligste ist, was diese Nation zu bieten hat. Deshalb werden wir sogar geröngt, diskret natürlich, im Vorbeimarsch nach einer Rolltreppe.

In gefestigter Stimmung und in angemessenem Ernst schreiten wir nun durch marmorne Hallen und Treppenhäuser, fast niemand redet, allenfalls ein leises Flüstern ist gelegentlich zu hören. Wir nähern uns dem Heiligtum, große Flügeltüren, dann sind wir in der Vorhalle des zum Mausoleum umgebauten Palastes. Hier steht er, Kim Il-sung, diesmal in Marmor, aber hier müssen wir uns nicht vebeugen. Dann geben uns seriöse Herren kleine MP3-Player, für jeden Besucher in der gewünschten Sprache und wir betreten einen weiteren großen Raum mit Reliefs an den Seitenwänden und seinem lächelnden Portrait auf roter steinerner Flagge an der Stirnwand. Ich schalte den Player ein und er erklärt die Reliefs. Ich bin von dem Text so fasziniert, daß ich kurzzeitig überlege den ganzen Player zu klauen, den Text möchte ich haben. Doch der Gedanke ist aussichtslos. Also werde ich versuchen, aus der Erinnerung Sequenzen wiederzugeben:

„Es traf unser Volk tief im Herzen, als unser geliebter Führer starb. Die Menschen wanden sich zehn tagelang vor Schmerz und vergossen Ströme von Tränen, die sich augenblicklich zu dem roten Granit verfestigten und zu der roten Fahne dieses Raumes wurden. Jeder Einzelne, ob Arbeiter, Bauer, Kind oder Rentner, ob Künstler oder Wissenschaftler, hier in unserem Lande, ja in der ganzen Welt, spürte diesen ungeheuren Verlust und war untröstlich. Doch er, Kim Il-sung, unser über alles geliebte Führer, wird in unseren Herzen weiterleben, wird uns mit seinen wegweisenden Büchern, Ideen und Anregungen helfen in eine hoffnungsvolle und strahlende Zukunft zu treten. Er wird uns nicht verlassen sondern als ewiger Präsident auch ewig begleiten.“

Also, natürlich habe ich mir das jetzt, 2 Wochen später, aus den Fingern gesaugt, natürlich kann das in anderer Reihenfolge gewesen sein. Aber im Prinzip waren das genau die Worte die ich etwa 3-4 Minuten aus dem Player hörte, während ich/wir von Relief zu Relief liefen und die herzergreifenden Szenen zusammenbrechender, untröstlicher Frauen, Kinder und Männer bestaunten.

Dann gaben wir die Player zurück, diszipiniert gingen wir im Gänsemarsch durch eine Luftschleuse. Deren Sinn war mir nicht ganz klar, wir wurden von vielen Düsen so durchgepustet, auf der einen Seite, und abgesaugt auf der anderen Seite, daß ich froh war keine Fönfrisur, sondern nur eine Halbglatze zu haben. Wahrscheinlich wollte man uns vom Keime befreien, wir sollten es nicht bereuen, denn nun betraten wir das Heiligtum selbst: Ein hoher Raum, in rotes Licht getaucht, wie in einem Fotolabor meiner Jugend. In der Mitte der Glassarkophag, an den Ecken des Raumes Soldaten, wir treten ein und gehen auf das Fußende zu. Hier verbeugen wir uns gemessen, nur wir und unser Führer. Die anderen Gruppen sind vor und hinter uns, viele Besucher. Dieses Verbeugen als exklusive 3 Personengruppe wiederholen wir dann erst an der rechten Seite, an der Kopfseite nicht, und dann an der linken Seite. Ich schaue mir Kim Il-sung an. Er sieht so klein aus, so klein. Aber das mag davon kommen, daß ich ihn bisher nur auf riesigen Wandbildern sah, oder als gigantische Bronze- oder Marmorfigur. Hier, in seiner wahren, menschlichen Größe, wird er, so aus meiner abendländischen Sicht, durch die ewigen Besucherströme um seine verdiente Totenruhe gebracht. Aber das ist natürlich egoistisch gedacht, ein Führer, der für sein Volk da ist, ist auch nach dem Tode präsent.

Gemessenen Schrittes verlassen wir den Toten und gehen in einen weiteren großen Raum. Hier sind sämtliche Orden, Ehrendoktor, Diplome und Titel ausgestellt die man ihm verliehen hat. Über 200 sind es. Über den Vitrinen, an den Wänden, große Fotos von den Führern und Ordensverleihenden der Welt, Fidel Castro ist mir besonders erinnerlich. Die Orden selbst aus bedeutenden Ländern, Peru ist überdurchschnittlich verleihungsfreundlich, zahlreiche Orden, Ehrendoktor und Titel allein aus diesem Land. Die Vitrinen sind gefüllt mit Doktorhüten und Ehrenmänteln. Besonders, bzw. überwiegend stark sind die Länder der 3. Welt vertreten und natürlich alle kommunistischen Bruderländer. Es ist eine prachtvolle Ausstellung, nie zuvor sah ich so viele glänzende und schimmernde Orden. Ja, man kann hier sehen, wie Kim Il-sung von aller Welt geschätzt wurde. Auch Generalissimus war er.

Man hat nicht die Zeit alles zu lesen, alles anzuschauen, denn es geht zurück, den langen, langen Weg, den man nicht laufen muß, was ich sehr zu schätzen weiß. Aber diesmal bewegen wir uns auf gegenläufigen Bändern, uns entgegen kommen Gruppen um Gruppen mit koreanischen Arbeitern und Arbeiterinnen, feingemacht, im Sonntagsstaat, die Frauen in ihren traditionellen Kleidern. Ich schaue mir jedes einzelne Gesicht dieser Menschen an, Hunderte sind es, man sieht wie hart sie arbeiten für den Wohlstand dieses Landes, wie sie kämpfen um den Alltag erfogreich zu gestalten. Ihre Physiognomie verrät es. Und, da ich mich immer besonders für Frauen interessiere, versuche ich eine Schöne auszumachen. Doch das ist schwer, sie sehen nicht so schön aus wie unsere Serviererinnen, unsere Führerinnen oder die hilfreichen Mädchen im Hotel. Dann kommen Gruppen von Soldaten, sie, wie die Anderen vorher, versuchen nicht zu auffällig zu schauen, und doch, wir sehen wie sie verstohlen nach den Ausländern gucken, sekundenlang nur, wir sind aus einer anderen Welt. Schließlich, wieder im Freien. Wir machen noch Aufnahmen von außen, auf dem großen Vorplatz verlieren sich selbst die paar Gruppen. Aber ein Foto vom Mausoleum muß man haben.

Dann steigen wir in unseren Minibus, noch ganz unter dem Einbdruck des Erlebten, ich öffne meine Krawatte und wir fahren zum Zoo um die Kinder und unseren zweiten Führer abzuholen. Gleich um die Ecke ist der Heldenfriedhof, Revolutionary Martyrs’ Cemetery, und wir schauen uns die gefallenen und als Bronzebüsten aufgestellten Helden an. Auch Kim Jong-suk, seine, Kim Il-Sung’s Frau, ebenfalls eine Partisanenkämpferin und sein Bruder stehen hier. An den Todestagen der einzelnen Helden legen staatliche Organisationen Kränze und Blumen vor die Büsten. Oben, auf dem Hügel eine gigantische Flagge aus rotem Stein. Doch die Helden werden weniger, sie sterben, eine ganze Reihe aber ist noch Platz und kann gefüllt werden.

Von hier oben gibt es eine gute Aussicht und ich fotografiere die Stadt. Dann geht es zurück zum Hotel, essen, Kräfte sammeln, denn am Nachmittag geht es zum nächsten obligatorischen Ziel:

Der „Pueblo“!
 

 

 

 


 
 

Nordkorea - Tag 2 - Part 2
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Ein Reisetagebuch
Wed Sept 29th, 2010 - Thurs Oct 7th, 2010
Written by Robin Renitent

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조선민주주의인민공화국

(朝鮮民主主義人民共和國)
Chosŏn Minjujuŭi Inmin Konghwaguk

Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise.

 

Nordkorea - Tag 2 - Part 2

 

Ich habe einige böse Emails von mir Nahestehenden bekomme und auch hier im Kommentarbereich wundert man sich über meinen Bericht aus Nordkorea. So, als ob ich etwa „umgedreht“ worden sei. Dazu noch einmal ganz klar: Bitte meine Grundbemerkungen aus diesem Artikel lesen und die Ergänzungen stehen hier. Ich schreibe alles so wie wir es erlebt haben. Ausserdem möchte ich unseren sehr netten Reisebegleitern nicht schaden. Also werde ich diesen Absatz jedes Mal voran stellen, um Mißverständnissen vorzubeugen.

 

Nebenbei: Ich merke auch hier im Hostel, daß die Leute Schwierigkeiten haben längere Texte zu lesen. Besteht z.B. eine Touranleitung aus mehr als 5 Zeilen sind viele schon überfordert. Dabei sind das alles intelligente Leute, na jedenfalls einige...

 

Nach der International Friendship Exhibiton geht es zurück zum Chongchon Hotel, am Mt. Myohyang. Da jetzt Tageslicht ist können wir viel Bevölkerung aus dem fahrenden Auto sehen und bekommen auch Einblick in das Leben der Land- und Kleinstadtbevölkerung. Interessant sind für mich auch immer Baustellen und Konstruktionen oder Häuserbauten. Es geling mir einige gute Fotos zu machen. Nach einem fulminanten Mittagessen geht es über die Autobahn zurück zur Hauptstadt. Meine Familie und die Guides dösen, na wenigsten Einer von den Beiden, der Andere bleibt immer hellwach. Der Fahrer auch – gottlob. Ich auch. So kann ich fotografieren und mir alles genau anschauen und mir meine Gedanken machen. In der Stadt angekommen fahren wir zum Triumphbogen. Auf den ist man ganz stolz, denn der ist, Sie werden es nicht glauben, 3m höher als der „Bruder“ in Paris. Es hat begonnen leicht zu regnen, aber ich überquere die Strasse, was man normalerweise nicht gern sieht, trotz des geringen oder „fast.-gar-nicht“ Verkehrs. Hinein kann man nicht, es wird renoviert, der Juche-Tower wird renoviert, die Oper übt für den Parteitag, die Symphoniker auch. Alles geschlossen. Aber das stört uns nicht, a.) gibt es genug andere Dinge zu sehen und b.) haben wir natürlich Verständnis, daß sich ein ganzes Land auf so ein herausragendes Ereignis vorbereitet.

 

Also fahren wir nun zu unserem Hotel in Pyongyang, essen Abendbrot und dann geht es zu dem Ereignis überhaupt. Hierauf haben wir uns seit Wochen gefreut, doch nun ist es soweit: Wir werden die Arirang-Festspiele 2010 erleben. Die finden im 1. Mai Stadion statt und ich muß sagen, bereits das Stadion ist beeindruckend. Eine aufwendige, interessante Architektur, große Bögen umspannen das Station, dessen Tribünen alle überdacht sind. Hier hat man nicht gekleckert, hier wurde geklotzt. Das Stadion würde auch jeder westlichen Haupstadt zur Ehre gereichen. Es ist pieksauber und die Zu- und Abfahrtswege sind gut angelegt. Vor dem Station sprühen farbig beleuchtete Fontänen und Musik ertönt. Dann geht es rein, wir haben sehr gute Plätze, genau in der Mitte, die VIP’s sitzen auch nicht viel besser. Übrigens müssen wir die Eintrittskarten natürlich extra bezahlen, sie sind nicht im Reisepreise enthalten. Für das, was wir nun geboten bekommen ist der Preis mit 100 € pro Person o.k., es gibt auch billigere und dann auch Plätze für 300 €.

 

Ich habe meine 2 Kameras mit und fast alle Objektive und mein Sohn macht die Übersichtsfotos und ich mit dem 200 mm, bzw. 400mm die Details und wo ich interessantes ranzoomen kann. Blitze haben wir nicht mit, aber wir nehmen eine höhere ISO, so geht das ganz ordentlich. Das Stadion ist schließlich auf unserer Seite gefüllt, die Runden bleiben frei und die Gegenüberbreite ist einem Teil der Akteure vorbehalten. Die Arirangspiele haben etwa 100 000 Mitwirkende, einige Zehntausend davon sitzen uns mit wechselbaren, farbigenKlapptafeln gegenüber.

 

Dann beginnt es. Mit synchronem Stampfen, geräuschvollem Klappen der Tafeln und stakkatoartigen Rufen wird den Zuschauern ein irres Spektakel geboten. Es ist absolut mitreißend. Erstmals erlebe ich, da mir Erfahrungen aus Sportstadien mangels Interesse fehlen, wie inszeniertes Kalkül die Menschen bewegen kann. Während der gesamten Show halten diese vielleicht 30 000 – 40 000 Kinder und Jugendlichen ihre Tafeln hoch und gestalten so stadiongroße, überdimensionale Bilder und politische Losungen. Dann beginnt die Show, unten im Rund, mit zehntausenden von Mitwirkenden, in tollen Kostümen, eine Explosion an Farben und Licht. Eine sich ständig steigernde Figurendarstellung, eine nie zuvor gesehene so perfekte Choreographie von jungen Menschen. Wenn ich so etwas schreibe, dann dürfen Sie davon ausgehen, daß ich schon viel gesehen habe. Aber das hier ist schwer zu toppen. Wikipedia sagt dazu:

 

Das Arirang-Festival ist eine nordkoreanische Massenveranstaltung, die im Rŭngnado-May-Day-Stadion in Pjöngjang stattfindet und nach dem alten koreanischen Volkslied Arirang benannt ist.

 

Das Arirang-Festival zeigt die Geschichte Nordkoreas mittels Massentänzen und Massengymnastiken und findet in unregelmäßigen Abständen statt. An der Veranstaltung wirken je nach Jahr meistens über 100.000 Menschen mit. Es werden in einer präzisen Massenchoreographie auf der Rasenfläche Episoden sowohl aus der revolutionären Vergangenheit nachgestellt, wie z. B. die Taten der beiden Führer Kim Il-sung und Kim Jong-il, als auch der aus nordkoreanischer Sicht großartige Entwicklungsstand der Gegenwart. Auf der Tribüne hinter den Tanz-, bzw. Gymnastikformationen sitzen Zehntausende anderer Mitwirkender, die aus einzelnen farbigen Pappkarten riesige Bilder nachzeichnen, die den Effekt ähnlich einer Großbildleinwand haben. Das Arirang-Festival ist im Guinness-Buch der Rekorde seit 2007 als größte Veranstaltung seiner Art verzeichnet.

 

 

Wie auch immer, es ist für unsere Kinder und uns ein absoluter Höhepunkt der Reise. Ja, wir haben uns darauf vorbereitet, ja wir haben uns, in unserem Homeschoolingunterricht ganz intensiv, - und zusätzlich in vielen Gesprächen -, mit Massenführung in autokratischen Staaten beschäftigt. Wir haben in die Vergangenheit geschaut und Olympia 1936 analyisert. Wir haben die DDR-Aufmärsche angeschaut, meine Frau hat über ihre Jugend in der SU gesprochen und wie sie selbst mit ihrer Klasse in sowas eingebunden war. Wir sind nicht naiv und geben auch keine Naivität an unsere Kinder weiter. Wir machen uns klar, daß ein  politisches System wie das der DPRK solche Events braucht, vorallem nach innen, wie es versteht Menschen mit diesen Spielen für politische Ziele zu begeistern. Genau deshalb haben wir die Reise gemacht, um praktische Erfahrungen anbieten zu können. Das ganze „Kampf gegen Rechts“-Gequatsche, die feiertagstypischen Worthülsen bei uns in D-Schland sind doch für den Allerwertesten. Jedenfalls dann, wenn man dafür dann sein Gehirn bei den Grünen oder Linken abliefert und dort unkritisch ist und es nicht schafft sich dem Gruppendenken- und Zwang zu entziehen. Das, was in unseren Schulen gemacht wird, ist doch keine Erziehung zur Kritikfähigkeit.

 

Also: Wir geniessen den Abend, lassen uns mitreissen, schämen uns unserer Begeisterung nicht. Aber wir haben im Hinterkopf warum diese Spiele veranstaltet werden. Doch das trübt unsere Freude an diesem Abend nicht.

 

Es sind auch zahlreiche Ausländer da. Und natürlich die vielen Tourguides, die Männer in dunkelblau, die Damen in ihren schönen Traditionskleidern. Den Abschluß bildet ein prächtiges Feuerwerk genau über dem Stadionrund. Später überlegen wir tatsächlich mehrere Stunden ob wir noch einmal hingehen. Das spricht für das Erlebnis.

 

Dann fahren wir aufgewühlt und in bester Stimmung ins Hotel. Es folgt die übliche Besprechungen mit unseren freundlichen Begleitern und dann geht es, schon wegen der Kinder, ab in die Falle.


Nordkorea - Tag 2 - Part 1
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Reiseabschnitt Nordkorea im Rahmen einer vierjährigen Weltreise.



 
 

Nordkorea - Tag 2 - Part 1

Wenn man so reist wie wir hat das Leben eine so hohe Ereignisdichte, daß man sich Aufzeichnungen machen muß um nichts zu vergessen. Nach Nordkorea hatten wir weder ein Laptop mitgenommen, noch sonst irgendetwas, was belasten könnte. Alles blieb in Peking. Also bin ich gezwungen die Ereignisse im Kopf zu speichern, nicht ganz einfach. Und prompt ist mir ein Fehler unterlaufen. Gestern, in meinem Bericht vom 1. Tag, 2. Teil. Gut, daß man Fotos hat. Anhand der EXIF Daten kann man Abläufe rekonstruieren. Wir sind also nicht nach dem War Victory Monuments ins Hotel gefahren. Jedenfalls nicht in dieses. Wir hatten, hatte ich gestern völlig vergessen, ja unser gesamtes Gepäck mit in den Bus genommen und sind nach den Monument,s zweieinhalb Stunden auf der Autobahn durch die Landschaft zum Mt. Myohyang gefahren und haben DORT in einem anderen Hotel übernachtet. In dieser Nacht bieben uns aber unsere Zimmer im Hotel in Pyongyang erhalten. Genialer Service.

Nun also im herrlichem Nachmittagslicht zu diesem Berg. Unterwegs sehe ich Menschen auf den Feldern arbeiten, Kinder und Erwachsene fegen die Autobahn. Die Kinder sind sehr zahlreich und sie fegen mit großem Engagement. Nie zuvor habe ich gesehen, daß eine Autobahn von Hand gefegt wird. Es sind Staub und Herbstblätter die beseitigt werden. Die Feger sind Reisigbündel oder Äste mit Blättern. Solange die Kinder zu diesen, das Gemeinschaftserlebnis fördernden und der Allgemeinheit nützenden Aufgaben herangezogen werden kommen sie nicht auf dumme Gedanken, so jedenfalls unsere Führer. Erstmalig erlebe ich eine Autobahn von dieser Leere, die einzigen Autos die wir hin- und wieder sehen sind Regierungsautos oder ebenfalls ein Touristenbus. Ich schätze, daß ich auf der ganzen Strecke insgesamt nicht mehr als 12-15 Autos, - in beiden Richtungen -, gesehen habe. Jetzt beginne ich zu ahnen, warum Luise Rinser, die hier, wie wir noch sehen werden, so begeistert war. Ja, klar, diese Autobahn ist ein Traum für Autofahrer, vielleicht nicht immer von der Oberfläche oder dem Belag her, wenn man 200 km/h fahren will, aber von der Verkehrsdichte. 95% aller Autos sind ohnehin Regierungsautos. Übrigens sehen wir in diesen Tagen auch einige Male Mercedes, ältere Modelle, aber auch 2 neue S 350.

Die Menschen, die wir auf den Feldern oder am Rande der Autobahn sehen, sind meist von der Sonne tiefgebräunt, ein Zeichen für ihren langen Aufenthalt und ihre fleissige Arbeit auf den Feldern oder im Freien. Sie arbeiten ausschließlich per Hand, ich habe keine wirklich Ahnung von Reis, aber ich habe auch noch nie gehört, das es Mähdrecher für Reisfelder gibt. Der geschnittene Reis wird in Bündeln gehäufelt und auf den Feldern zum Trocknen gelassen. Gelegentlich sehen wir auch ein Transportmittel, meistens einen Ochsen mit einem Karren, manchmal auch einen Traktor oder einen LKW. Besonders die LKW mit Holzfeuerung erregen unser Interesse, die hatten wir in Deutschland auch schon. Alle paar Kilometer steht ein Polizist am Strassenrand, sein Fahrrad oder Motorrad steht daneben. Manchmal sitzen Menschen direkt auf der Autobahn, essen oder erhitzen auch in Eisenbottichen Teer und stampfen ihn mit Stößeln in Löcher der Autobahn. Eine arbeitsplatzsichernde Maßnahme, in Deutschland natürlich wären Harz IV-Empfänger damit überfordert. Auf dem Sessel sitzen und Soapoperas schauen ist halt weniger anstrengend. Gelegentlich auch kommen uns Fußgänger oder Radfahrer, später im Dunkeln ohne Licht, auf unserer Seite der Autobahn entgegen. Dabei fahren sie entweder rechts oder links an unserem Bus vorbei, der konsequent mit 80 km/h gefahren wird. 100 km/h wären maximal erlaubt.

Unsere Tourguides plaudern derweil entspannt mit uns und wir mit ihnen. Fragen werden sofort beantwortet. Auch Fragen nach ihrem Familienstand. Ich mache Fotos, denke an die Auflagen und nur wenige Male schüttelt Herr Ri, wenn ich ihn anschaue, den Kopf. Dann mache ich kein Foto. Das klappt also gut.

Die goldenenen Reisfelder schimmern im Abendlicht, die Szenerie sieht wirklich sehr romantisch aus. Es ist ja überhaupt und gar nichts dagegen zu sagen, daß sich ein Volk auf seine agrarischen Möglichkeiten besinnt und auf dem Wege zur Selbstversorgung ist. Insofern hat der ewige Präsident in seiner Handhaltung, auf den Monumenten und vorher im Leben, auch den richtigen Weg gewiesen. Doch dann plötzlich, kurz vor dem Ziel, ein Stau aus 5 Autos und unserem Minibus. Ein Polizist sperrt die Zufahrtsstrasse zu unserem Hotel, das noch 10 Minuten entfernt ist. Der Stop dauert gut 30 Minuten, die Ursache ist eine Delegation die eben aus diesem Hotel abgefahren ist und uns auf unserer Strasse entgegenkommt. Sie soll nicht behindert werden. Nun, dafür haben wir Verständnis, auch bei uns reisen ja Delegationen bevorzugt, und unsere Regierungslimousinen ignorieren sogar jegliche Halte- und Parkverbote in der Hauptstadt.

Dann, inzwischen ist es dunkel, können wir fahren. Je näher wir dem Hotel kommen um so voller wird die Strasse. Einige Hundert Menschen laufen oder radeln nach Hause. Sie kommen von den Feldern, der Arbeit und, so mein Eindruck, haben gelegentlich größere Distanzen zurück zu legen. Hier muß man noch gut zu Fuß sein. Das Hotel selbst ist zwar schon älter, aber frisch renoviert, in der Eingangshalle ein riesiges Wandbild, die beiden Kims einträchtig in einem Garten, wir bekommen wieder 2 Zimmer, es gibt auf Bestellung heiß Wasser für den Morgen, Mensch was willst Du mehr. Im Restaurant werden wir wieder zuvorkommendst bedient. So langsam stellt sich bei uns auch ein Delegationsgefühl ein, welches sich in den nächsten Tsgen noch steigern wird. Schließlich werden wir es „Putingefühl“ nennen, denn, wer sich ein bißchen in Rußland auskennt weiß, daß Putin genauso durch die Provinz rauscht und immer alles perfekt vorbereitet und auf ihn abgestimmt vorfindet. Nettes Gefühl.

Dann gehen wir noch vor das Hotel. Atmen tief durch. Es ist stockdunkel, keine unnötigen Lampen verbrauchen Energie und schließlich gehen wir im Chongchon Hotel, am Mt. Myohyang ins Bett. Jetzt müßte der Absatz über das Fernsehen aus meinem letzten Beitrag hier stehen, dann sind wir wieder in der richtigen Reihenfolge.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück fahren wir zuerst zu einem budhistischen Tempel. Eine andere Gruppe ist auch dort. Wir sehen eine gepflegte Tempel- und Gartenanlage und einen Mönch. Die Führerin zeigt uns einen Schatz: Erstdrucke der Lehren Buddhas, 800 Folianten (Die buddhistische Lehre wurde mündlich weitergegebenen und wurde erst viel später aufgezeichnet.) Diese Sammlung ist einmalig. Inzwischen kann man auch wieder Buddhist sein. Die kommunistische Partei hat sich da etwas geöffnet. Gesehen haben wir aber keine Gläubigen.

Nun geht es zur International Friendship Exhibiton. Das klingt lapidar, aber es ist ein absolutes Highlight. Andere Touristen mögen das anders sehen, aber wir sind hin- und weg. In schönster Landschaft, zwischen sanften Hügeln, anheimelnden Wanderwegen, malerischen Wasserfällen und einer üppigen Vegetation findet sich ein Museum für alle Geschenke, die Kim Il-sung und Kim Yong-il je erhalten haben. Der Bus hält in respektvoller Entfernung in einer sehr gepflegten Anlage, die aus zwei ungefähr 300 m aueinanderliegenden Gebäuden besteht. Auch andere Busse sind gekommen, ihnen enströmen koreanische Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Frauen ziehen schnell in den Büschen ihre traditionellen Kleider über. Die Gebäude sind riesig, ich glaube, das Kim Il-sung gewidmete Gebäude hat 500 Räume. Die Architektur ist schon äußerlich ästhetisch und paßt sich mit den geschwungenen, landestypischen Dächern gut in die Landschaft ein. Die attraktive und sehr begeisterte Führerin geht gemessenen Schrittes mit uns zum Gebäude Kim Il-sung’s. Zwei Soldaten bewachen den Eingang, meiner kleinen Tochter wird die Ehre zuteil die 4 Tonnen schwere Bronzetür zu öffnen. Dann, drinnen, bekommen wir weiche Überzieher für die Schuhe und müssen die Kameras abgeben. Alle Böden sind Marmor, sie sind endlos lang und man muß schon eine gute Kondition haben, um hier alles ablaufen zu können. Aber das machen wir nicht, auf Nachfrage sagen wir, daß uns besonders die Geschenke Deutschlands und Russlands interessieren.

Kim Il-sung hat insgesamt gut 329 000 Geschenke bekommen, aus 183 Ländern der Welt. Sowas beeindruckt und es zeigt wie sehr dieser anerkannte kommunistische Führer doch in aller Welt geschätzt wurde. Der Führerin merkt man, bei jedem Wort, ihre Begeisterung und Liebe zum ewigen Präsidenten an, voller Stolz zeigt sie ein Geschenk nach dem Anderen. Man darf diese Dauerausstellung nicht als Kunstkritiker betreten, die Geschenke nicht unter diesen Kriterien beurteilen. Wenn ein Geschenk auch etwas über den Schenkenden verrät dann ist das hier der Fall. Man lernt hier sehr schnell die unterschiedlichen Geschmäcker kennen, die des Präsidenten eines Fußballclubs aus Obervolta ebenso wie den des Führers der kommunistischen Partei von Benin oder den Fidel Castros oder Erich Honeckers. Honecker..., ja, sollte ich den Wert der einzelnen gesehenen Geschenke bemessen, dann läge er wohl an der Spitze, oder fast an der Spitze. Jedenfalls bin ich zeimlich von den Socken, als ich ein riesigen Eßservice aus Meissen sehe. Auf meine Nachfrage höre ich, daß es noch viel mehr Teile gibt als die in der Vitrine ausgestellten. Mensch, der hat sich nicht lumpen lassen und Kim Il-sung wirklich gezeigt, wie sehr er ihn schätzt. Schön für Staatschefs, daß sie nichts aus eigener Tasche bezahlen müssen. Aber auch ein geschmackvoller Glasblock mit einer eingelassenen Uhr ist zu sehen. Schenker ein „Bürger der UDSSR“. Oder Bilder die zeigen wie der amerikanische Agressor von der Welt fällt. Oder Nippes für den Schreibtisch, ein Mercedes 600, ein Eisenbahnwaggon von Mao, oder ein grinsendes, auf den Hinterbeinen stehendes Krodkodil mit Tablett in den Vorderläufen von den Sandinisten. Wenn ich zurückdenke, was ich meinen Eltern, vorallem in sehr jungen Jahren so geschenkt habe, war das auch gelegentlich, na sagen wir, unter streng künstlerischer Bewertung und aus heutiger Sicht, kritisch zu sehen. So kann man sich einer solchen Sammlung nicht nähern. Man muß schon berücksichtigen, daß man Kim Il-sung wirklich ehren wollte. Alle großen Schenker der Lebenszeit Kim Il-sung’s sind vertreten, aber auch ganz Unbekannte. Egal. Man hat sich die Mühe gemacht und die Geschenke nach Ländern sortiert und in entsprechenden Länderräumen untergebracht. Man merkt an jeder Vitrine die Liebe der Koraner und der Schenkenden der Welt zu Kim Il-sung.

So gleiten wir auf unseren weichummantelten Schuhen endlos von Raum zu Raum, ganz gelegentlich kommen uns große Gruppen von Nordkoranern entgegen, in den endlosen Korridoren, Soldaten, Arbeiter und Arbeiterinnen, feingemacht für diesen großen Besuch. Sie starren unsere Minidelegation an und schon sind sie vorbei. Das alles ist etwas unwirklich, doch dann kommt der ganz große Moment. In einem sehr großen und hohen Raum steht am Ende er: Kim Il-sung! Er steht da, Sekunden denkt man wirklich, aber es ist eine lebensgroße Wachsfigur, ein Geschenk der Chinesen, so täuschend echt, man glaubt es nicht. Gut gekleidet, steht er in einer ländlichen Idylle, zwischen ewig blüheden Azaleebüschen, sanfte Spärenmusik ist im Hintergrund. Wir, die Familie, unsere Führer und die Führerin, treten vor und, als wir in einer Reihe stehen, verbeugen wir uns tief vor diesem großen Mann, dem Erfinder der Jucheideologie, dem großen Kämpfer und ewigen Präsidenten. Das alles hat uns, meine ganze Familie, auch die Kinder, besonders aber mich, so beeindruckt, daß ich noch Tage danach wie in Trance bin und an diesen ergreifenden Augenbklick zurück denke. Besonders unsere Führerin und Führer sind so ergriffen, so bei der Sache, daß mir jetzt, in diesem Augenblick, klar wurde, wie sehr Kim Il-sung doch in den Herzen seines Volkes wohnt.

Zum Schluß sehen wir noch eine gigantische Wandtafel, wo uns mit blauen Leuchtstreifen die Eisenbahnlinien Europas, Asiens und Nordafrikas gezeigt werden auf denen der große Führer reiste. 309 000 km glaube ich, rote Linien zeigen die Flugstrecken, wenn ich nicht irre 500 000 km. Der für mich schönste Moment ist aber der, wo wir auf die Terrasse des Gebäudes fahren. Herrlich, in superbequemen Sesseln kann man die Landschaft geniessen. Wir sind ganz allein auch unsere Führer ziehen sich zurück. Ich komme mir selbst wie ein Staatschef vor. Wenn Gott sich ein Plätzchen suchen würde es wäre hier.

Dann geht es durch die gepflegte Auffahrt und Gartenanlage zum Gebäude des Juniors, also Kim Yong-il’s. Wieder 2 Soldaten mit glänzenden Maschinengewehren aber diesmal eine überdimensionale Superschiebetür. Etwa so, wie zu Ali Baba’s Berg, dort wo er seine Schätze versteckt hatte und man 3 Mal „Sesam öffne Dich“ rufen mußte. Hier allerdings reicht ein Knopfdruck der Führerin und drinnen sind wir. Wieder die Überzieher und dann so ähnlich alles noch einmal. Kim Yong-il hat bisher allerdings nur 160 000 Geschenke bekommen, doch es werden täglich mehr. Auf meine Frage, “ob ich, bzw. wir, ihm auch was schenken können“ bekomme ich ein klares „JA“ und es wird mir auch zugesagt, daß es ausgestellt wird. Dann wird auch hier die Digitalanzeige weiterspringen und mein Geschenk addieren. (So eine Digitalanzeige habe ich schon einmal gesehen, im CocaCola-Museum in Atlanta. Sie zeigte die verkauften Drinks.) Nur, leider, werde ich das Geschenk nicht persönlich überreichen können, ein Beauftragter wird es entgegegn nehmen. Nun, wir werden darüber nachdenken. Es muß ja nicht gleich sein.

Die Geschenke an Kim Yong-il sind nicht nur von Staatschefs, kommunistischen Parteien, Fußballvereinen und sozialistischen Verlagen wie bei seinem Vater. Jetzt kommen auch knallharte Kapitalisten zum Zug, Chefs großer Firmen aus aller Welt und Politiker, die wir noch kennen. Jimmy Carter’s Unterschrift wird uns gezeigt, und irgendwas kleineres von Mrs. Albright. Ein Südkoraner, Chef einer großen Firma, hat 33 Sessel geschenkt, Barock, sehr prunkvoll, wahrscheinlich hätten sie auch Ludwig XIV. gefallen. Aber wir sehen auch ganze Batterien von Fernsehern, Tonbandgeräten und Hi-Fi-Anlagen, Computern und viel Elektronik. Auch Kim Yong-il können wir bewundern, auch als Statue sieht man: Ein freundlicher Mann, dauerhaft jugendlich und doch respekteinflößend.

So scheiden wie schließlich auch von diesem Ort, bedanken uns sehr bei unserer ungewöhnlich engagierten Führerin, winken ihr noch lange aus dem abfahrenden Minibus und ... auf geht es zum nächsten Ziel.

 

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